Werbeboykott: Facebook-Europachefin 'sehr ala...
 
Werbeboykott

Facebook-Europachefin 'sehr alarmiert'

Facebook

Angelika Gifford verspricht im 'Handelblatt'-Interview, dass die Plattform mehr gegen Hass und Extremismus unternehmen will.

Angelika Gifford, seit Jahresanfang Managerin für Facebook für den deutschsprachigen Raum, die Beneluxländern und Osteuropa, zeigt sich angesichts des Anzeigenboykotts gegen ihr Unternehmen in einem Interview mit dem deutschen Handelsblatt besorgt: "Wir sind innerhalb des Unternehmens sehr, sehr alarmiert. Jeder von uns. Wir fühlen uns auch persönlich betroffen. Die Mitarbeiter sagen: Ja, wir müssen mehr tun", so die Managerin.

Mehrere US-Organisationen haben zum Boykott gegen Facebook aufgerufen, damit das von Mark Zuckerberg geleitete Unternehmen mehr gegen Hass gegen Minderheiten auf ihrer Plattform unternimmt. Vor dem Hintergrund der weltweiten Anti-Rassismus-Proteste ist zuletzt der Druck gewachsen, mehr gegen diskriminierende und extremistische Inhalte zu unternehmen.

"Zehn Millionen Inhalte gelöscht"

Dem Boykottaufruf der Aktivisten sind zahlreiche Unternehmen rund um den Globus gefolgt. Sie verzichten auf das Schalten von Werbeanzeigen. Unter den Teilnehmern des Boykotts sind auch große deutsche Unternehmen wie der Autobauer VW, die Sportartikel-Hersteller Adidas und Puma sowie der Softwarekonzern SAP.

Das Unternehmen sei auf einem guten Weg, das Problem in Griff zu bekommen, so Gifford. "Wir haben beispielsweise im ersten Quartal 2020 mehr als zehn Millionen Inhalte aufgrund von Hassrede gelöscht", sagt sie dem Handelsblatt.

Programm für Unternehmen

Außerdem kündigt die Managerin ein Programm für Unternehmen an, dass sie fit für die digitale Welt machen soll: "Ich verbinde damit die große Vision, dass jeder mit wenigen Klicks auf Facebook seine Produkte anbieten kann, ob internationaler Großkonzern oder Café um die Ecke."

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