Wein im Social Web thematisieren
 

Wein im Social Web thematisieren

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Das Team von Österreich Wein Marketing (ÖWM): Susanne Staggl, Barbara Arbeithuber, Willi Klinger, Gerhard Elze und Christian Dworan (c)Österreich Wein Marketing
Das Team von Österreich Wein Marketing (ÖWM): Susanne Staggl, Barbara Arbeithuber, Willi Klinger, Gerhard Elze und Christian Dworan (c)Österreich Wein Marketing

Österreich Wein Marketing setzt auf Blogger, Facebook und Twitter.

Über Wein kann man trefflich diskutieren. Dies weiß Willi Klinger, Geschäftsführer von Österreich Wein Marketing (ÖWM), nur zu gut. Obwohl das nicht immer so war: „Weintrinker waren früher sehr markentreu.“ Der Konsument kaufte also seinen vergorenen Rebensaft beim Winzer seines Vertrauens – und redete beim Genuss desselben vielleicht viel – allerdings nicht viel über den Wein. Das ist heute völlig anders: „Weinverkostungen sind oft schon zu einem Teil der Abendgestaltung, wenn nicht sogar die Abendgestaltung selbst geworden“, weiß der Wein-Marketer. In Österreich hat man eher kein Problem damit, dass auch über österreichischen Wein geplaudert wird. Außerhalb der Grenzen unseres Landes hingegen schon: „In den USA beispielsweise sind wir nur einer Elite bekannt. Die breite Masse kennt uns nicht“, weiß Klinger zu berichten. Freilich rangiert Österreich als Weinproduzent nur unter „ferner liefen“ – allerdings nur mengenmäßig: Ein Prozent der weltweiten Weinproduktion stammt aus den Rieden heimischer Winzerbetriebe. Was die Qualität betrifft, will man aber an der absoluten Spitze mitmischen. Dabei kommt Klinger zufolge den heimischen Weinen der Trend „New Wine from the Old World“ zugute: Länder, die schon seit je Wein produzieren, werden von großen internationalen Märkten – insbesondere USA und Asien – neu entdeckt. „Dort wird Österreich als ein völlig neues Weinland gesehen“, sagt Klinger und mahnt: „Wir müssen aufpassen, dass diese Neugierde nicht verebbt.“ Themen dafür hätte das Weinland Österreich genug zu bieten: Gerade sei man dabei, den Grünen Veltliner auf den internationalen Märkten zu etablieren. Sei das einmal geschehen, dann könne man mit vielerlei anderen Sorten die Neugierde der internationalen Weinliebhaber jedes Mal aufs Neue wecken. Doch wie gelingt das medial?

Plaudern über neue Kanäle

„In Asien und in den USA erfreut sich das Bloggen über Wein sehr großer Beliebtheit“, sagt Klinger. Klingt eigentlich sehr logisch: Über Wein wird ja viel diskutiert – warum nicht auch über die neuen medialen Kanäle wie Blogs, Facebook oder Twitter? Diese Erkenntnis hat die ÖWM auch dazu bewogen, eine eigene Facebook-Präsenz (www.oesterreichwein.at/facebook) und einen Twitter-Account (www.twitter.com/oesterreichwein) anzulegen. Erst vor wenigen Wochen ist man damit online gegangen – und bereits jetzt hat man knapp 600 Fans auf Facebook und 120 Follower auf Twitter. Aber, betont Klinger angesichts der Zahlen, die Quantität sei gar nicht wichtig – vielmehr zähle die Qualität der Kontakte. Denn natürlich sollen sich auch Weintrinker wie du und ich auf den Social- Media-Plattformen von ÖWM informieren – die eigentliche Zielgruppe wären aber Weinakademiker, Ausbildungsstätten, Restaurants, Sommeliers, Weinjournalisten und – ganz wichtig – Winzer.

Klinger erläutert: „Wir haben viele gute, international bestens ausgebildete und vernetzte Winzer, die gerade jetzt die Leitung von Betrieben übernehmen.“ Diese Winzer wollen selbst ihre Weine international bekannt machen – und sind damit auch gleich die besten Botschafter für den österreichischen Wein insgesamt. Mit dieser Zielgruppe will Klinger einen Tugendkreis aufbauen: Macht ein junger Winzer international auf seine Produkte aufmerksam, so macht er die Zielgruppe auch gleichzeitig auf weitere österreichische Weinspezialitäten neugierig. Und der internationale Markt ist damit für Weine anderer rot-weiß-roter Produzenten aufnahmefähiger. Dass billige Produktwerbung über Twitter und Facebook nicht funktioniert, ist Klinger freilich bewusst: „Man muss versuchen, weinaffine Themen zu besetzen und dafür auch den entsprechenden Content bieten.“ Themen wie Käse & Wein oder auch Asia-Küche & Wein etwa. Diesen Content, der auch bei den gedruckten Medien Niederschlag findet, reichert man auf Facebook noch mit thematisch passenden Fremdinhalten an – etwa einem Bericht von CNN Asia mit dem Titel „Shanghai’s sexiest sommeliers share their most orgasmic wines“.

Auch über Events wie etwa die VieVinum 2010, die London International Wine Fair 2010 oder Austria Uncorked in New York – mit 1.000 Besuchern die bis dato größte Präsentation österreichischer Weine in den USA – berichten die ÖWM-Sites auf Facebook und Twitter. Flexibles Redaktionskonzept Wiewohl man im Web 2.0 äußert flexibel agieren muss, arbeitet man bei der ÖWM mit einem fixen Redaktionskonzept, das die Themen bereits bis Herbst 2010 vorgibt. Als Chef vom Dienst fungiert Susanne Staggl – bei Österreich Wein Marketing für PR, Medien, Weinkomitees sowie die Exportmärkte Schweiz, Großbritannien und Niederlande zuständig. Gemeinsam mit der Agentur the Lounge interactive design rund um Ingo Ortner (Konzept und Umsetzung) sowie havel&petz (eine auf die Wein- und Gourmetwelt spezialisierte PR-Agentur) befüllt Staggl die Social-Media-Kanäle mit Inhalten. Einen Schub neuer Fans und Follower erhofft man sich anlässlich der European Wine Bloggers Conference (winebloggersconference.org/europe). Selbige macht auf Initiative von Österreich Wein Marketing von 22. bis 24. Oktober in Wien Station. Klinger rechnet mit etwa 200 Teilnehmern – alles wichtige Multiplikatoren für das Thema Wein aus Österreich. Das digitale Engagement von ÖWM hat inzwischen schon hinsichtlich des Budgets eine gewisse Größe erreicht. „Unser gesamter Online-Etat ist in etwa mit einer unserer Plakatkampagnen vergleichbar“, rechnet Klinger vor. Darin inkludiert ist allerdings auch die Website der ÖWM, die man auch gerade erneuert. Klinger verrät: „Im Herbst unterziehen wir die Website einem Relaunch. Dort wird man dann etwa auch eine Datenbank mit allen österreichischen Winzern finden.“ Man will es eben den Weingenießern aus aller Welt möglichst leicht machen, auf die Schätze aus den österreichischen Weingärten zu stoßen und selbige auch zu heben.






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