Webseite sammelt gelöschte Google-Einträge
 

Webseite sammelt gelöschte Google-Einträge

Recht auf Vergessen: Entscheid des EuGH zwingt Suchmaschine zum Entfernen von Links - Kritik wegen Zensur

Die neue Webseite hiddenfromgoogle.com will dem Recht auf Vergessen, dass der EuGH in einer Entscheidung bestätigt hat, offenbar ein Schnippchen schlagen. Sie listet nämlich seit kurzem jene Links zu Webseiten, die aus den Google-Treffern entfernt wurden. Dem EuGH zufolge dürfen Personen die Entfernung potenziell rufschädigender Links aus Suchmaschinen verlangen.

Bis dato listet die Webseite neun Links zu Webseiten. Unter ihnen befindet sich ein Artikel von "Spiegel Online" über Scientology, ein Bericht der "taz" über die NPD oder ein "Guardian"-Stück über den kreativen Einsatz von Post-its. Achtung: Die Entfernung der Links aus den Google-Suchergebnissen bedeutet nicht, dass die Storys offline sind - sie sind nach wie vor über die URL, Links von anderen Seiten oder die Suchfunktion der Online-Medien auffindbar.

Persönlichkeitsrecht vs. Meinungsfreiheit


Auch sind sie nicht vollständig bei Google entfernt, sondern tauchen nur bei bestimmten Suchanfragen nicht auf. Die "taz" kritisiert Google nun, dass der Internetkonzern nicht transparent genug mache, warum Links entfernt werden und unter welchen Bedingungen.

Die Betreiber der Webseite selbst geben an, dass sie mit der Listung der entfernten Links Zensur im Netz durch die EU aufzeigen wollen. Fraglich ist, wie lange die Webseite selbst online bleiben darf. Vorerst jedenfalls sind Besucher aufgefordert, von Google entfernte Links zu melden, damit sie in die Liste aufgenommen werden können.

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