Webcontent stellt Konkursantrag
 

Webcontent stellt Konkursantrag

Weggebrochene Aufträge, mangelndes Bewußtsein in der Branche und der Preisdruck kosteten dem Content-Anbieter nach langem Strampeln jetzt doch den Kragen.

Auf dem Internet-Himmel ist ein weiterer Dotcom-Stern verglüht: Die Wiener WebContent Produktions GmbH muss nach langem Strampeln jetzt doch ihre Pforten schließen. Das Unternehmen hat am 7. Dezember 2001 Konkurs angemeldet.


Grund für die Pleite war laut Aussage von Ex-Geschäftsführer Roland Nikitsch vor allem die im letzten Jahr immer schlechter gewordene Auftragslage und der Preisdruck. "Nicht nur die User sind der Meinung, im Internet ist alles gratis, auch bei den Unternehmen hat sich das Bewußtsein noch nicht durchgesetzt, dass multimedialer Inhalt für ihre Webseiten etwas kostet, noch dazu wenn er extra produziert wird", resümiert Nikitsch. Die Branche sei einfach noch nicht reif für das Thema Content. Doch diesen Entwicklungszeitraum durchzuhalten, dafür fehlte Webcontent dann letztendlich doch der finanzielle Atem, vor allem nach dem Verlust der Mobilkom als Kunden im Frühjahr diesen Jahres - immerhin ein 10-Millionen-Schilling-Auftrag.



Die Webcontent GmbH wurde im April 1999 als Teil der Content AG gegründet, mit dem Ziel führender Full-Service-Dienstleister im Bereich Custom-Made-Content-Services im Internet zu werden. Das Unternehmen belieferte Online-Plattformen mit Inhalten in Text, Bild und Video und entwickelte webspezifische Formate im Breitbandsektor. Zu ihren Kunden zählten unter anderen die Mobilkom, das aon-speed-Portal und Buongiorno.



Jetzt ist der Server abgedreht, der letzte Mitarbeiter entlassen - und Roland Nikitsch macht sich als New Media-Berater selbständig.



(dodo)

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