Wappwolf: Linzer Start-up gibt auf
 

Wappwolf: Linzer Start-up gibt auf

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Der Automatisierungs-Dienst hat es nach drei Jahren nicht geschafft, richtig bei Konsumenten und Kunden anzukommen

In einem sehr langen Blogeintrag hat der Gründer und CEO des Linzer Internet-Start-ups Wappwolf, Michael Eisler, das Ende des Automatisierungs-Dienstes verkündet. "Ich kann nicht mehr. Wir haben alles gegeben, alles versucht und sind letztlich mit diesem Projekt nicht erfolgreich gewesen", so Eisler. "Ich bereue die Reise nicht und bin dankbar für die gewonnene Erfahrung und enorme Lernkurve. Ich habe es mit viel Einsatz und Gewalt versucht. Und ich habe es dann auch noch mit mehr Gewalt versucht. Ich habe unheimlich viel über diese neue Branche gelernt. Ich habe unheimlich viel über meine Stärken, aber auch über meine Schwächen gelernt."

Wappwolf war als Web-Dienst an den Start gegangen, der automatisiert Dateien verarbeiten kann - so sollte man etwa Fotos aus dem Online-Speicher Dropbox automatisch bei Facebook hochladen können. Der Webseite lag ein kompliziertes System zugrunde, das als eine Art Drehscheibe zwischen verschiedenen anderen Web-Diensten agieren und zwischen diesen Daten verschieben sollte.

Nie verständlich genug

Wappwolf, dessen Team im Laufe von 2012 teilweise ins Silicon Valley ging und von dort aus als iBeam.it neu startete, konnte im Prinzip nur mit dem Dropbox Automator international für Aufsehen sorgen. Aufgrund von Problemen mit dem namensgebenden, populären Online-Speicher-Dienst musste man das an sich erfolgreiche Produkt wieder einstellen. Zudem schaffte es Wappwolf nie, seine Vorteile klar zu kommunizieren und blieb vielen ein Rätsel. Währenddessen konnte der US-Dienst ifttt.com, der Wappwolf nicht unähnlich ist, seine Nutzerschaft dank besserer Bedienbarkeit stetig ausbauen.

Eisler gibt sich in seinem Blog-Eintrag auch sehr offenherzig bezüglich der Investments. "Ich habe Geld von Freunden, Bekannten, Familie und Geschäftspartner erhalten und investiert in diese Reise. Und ich habe Mitgründer, die auch viel Geld investiert haben. Ich mache mir keine Vorwürfe", schreibt Eisler. "Ich habe natürlich jeden gewarnt, dass es ein hohes Risiko ist und nicht versprechen kann, dass es erfolgreich endet. Dennoch tut es mir leid und ich kann nur jedem versichern, dass ich nicht leichtfertig aufgegeben habe. Immerhin war mein finanzielles Investment mit 400k$ der größte Anteil von Investorengeld und ich kann zumindest behaupten, dass ich am meisten Leid davontrage. Eine schlechte Entschuldigung, aber eine Entschuldigung!"
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