Vorteile regionaler News: Nah am Geschehen un...
 

Vorteile regionaler News: Nah am Geschehen und glaubwürdig

Elisabeth Kessler
Medientage 2015 Tag1 am WU Campus, am 22.09.2015 | (c) Medientage/Kessler
Medientage 2015 Tag1 am WU Campus, am 22.09.2015 | (c) Medientage/Kessler

Heimische Akteure aus der Wirtschafts- und Medienwelt diskutierten die Bedeutung regionaler Medien aus unterschiedlichen Blickwinkeln bei den Österreichischen Medientagen 2015

Am zweiten Tag der Österreichischen Medientage 2015 fanden sich in Saal 2 Uschi Fellner-Pöttler (Die „Bundesländerinnen“), Josef Gruber („Tips“), Kristin Hanusch-Linser (ÖBB Holding AG), Konrad Mayr-Pernek (Agentur MEC) und Erich Scharf („Salzburger Woche“) am Podium ein, um unter dem Titel „Glokalisierung“ die Bedeutung regionaler Medien zu diskutieren.
Für Moderator Wolfgang Unterhuber von den Regionalmedien Austria ist Regionalität untrennbar mit Vertrautem und Zugehörigkeit verbandelt. „Die Menschen besinnen sich wieder auf ihre Bräuche und Traditionen. Die Positionierung der Medien und der Wirtschaft spielt auch eine regionale Rolle“ - mit diesen Worten eröffnete er die Diskussionsrunde und begab sich gemeinsam mit den Podiumsgästen auf die Suche nach einer gemeinsamen Definition von Regionalität.
Fellner-Pöttler setzt bei ihren neun „Bundesländerinnen“-Magazinen auf eine Kombination von globalen und regionalen Themen und spricht von einem Wechselspiel. „Meine Aufgabe ist es eine nationale Klammer zu schaffen und die Regionalität bei allen neun Bundesländer-Ausgaben trotzdem soweit wie möglich aufrecht zu erhalten.“
Regionalität hat es für Gruber von „Tips“ immer schon gegeben - nicht erst seit sie als Gegenstück zur Globalisierung so stark thematisiert wird. „Die Regionalität ist bei uns ja eigentlich Lokalität. Wenn im engsten Umfeld etwas passiert, geht das den Menschen nahe.“
Vorteile von Regionalmedien nannten die Diskutanten einige: man sei „nah dran“ und daher besonders glaubwürdig; das Geschriebene sei einfach überprüfbar, da die Akteure aus der Region kommen; außerdem berühren lokale Nachrichten die Menschen mehr als nationale oder globale News. „Und bei Regionalzeitungen kommt noch etwas dazu: Das Vertrauen, das die Menschen in uns haben. Vertrauen in unsere Zeitung ist uns wichtig“, so Scharf von der „Salzburger Woche“. Regionale News interessieren laut Scharf aber auch über ihre Grenzen hinaus: „Es gibt Leute, die unsere Zeitung u.a. in Neuseeland lesen. Auch wenn sie tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt sind, lassen Sie sich die 'Salzburger Woche' schicken, weil sie wissen wollen, was dort passiert.“
Mayr-Pernek (MEC) wies dann noch auf einen negativen Punkt hin, denn seiner Meinung nach ist der Unterschied zwischen Advertorials und redaktionellen Meldungen bei regionalen Medien besonders schwer zu erkennen.
Social Media als ergänzendes Element
Digitale Kanäle und die Möglichkeiten von Social Media beurteilten Sowohl Mayr-Pernek als auch Gruber als optimale Ergänzung. Hanusch-Linser von der ÖBB ergänzte: „Die aktuelle Flüchtlingskrise haben wir ausschließlich über Social Media bewältigt. Darüber haben wir viel mehr Gleichgesinnte erreicht. Die regionalen Medien haben wir zum Beispiel alle auf unseren Blog rübergeholt, weil dort im Minutentakt die aktuellsten Infos zu finden waren.“
Auch Fellner-Pöttler sprach sich in Bezug auf die Flüchtlingskrise für die Macht von Social Media aus. Die Schnelligkeit der Informationsübermittlung sei in diesem Zusammenhang einfach unübertroffen. Man müsse die sozialen Medien als Ergänzung und nicht als Gefahr sehen.
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