VÖZ kritisiert EU
 

VÖZ kritisiert EU

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Die bevorstehende Einigung mit Google zementiere deren Marktdominanz, so der Verlegerverband

Seit 2010 läuft nun schon das Verfahren, dass die EU gegen Google wegen möglicher Wettbewerbsverzerrungen angestrengt hat. Der Grund für diesen Streit: Mehrere Unternehmen, so wie etwa der US-Online-Reiseanbieter Expedia oder auch TripAdvisor, haben sich darüber beschwert, dass Google bei den Suchergebnissen eigene Services bevorzuge. Dem Suchmaschinen-Monopolisten drohen Strafen bis zu fünf Milliarden Dollar.

Wie der EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia kürzlich mitteilte, gehen die neuen Änderungsvorschläge von Google auf die Einwände der Kommission ein. Google will nun auch die Angebote von Konkurrenten deutlich sichtbar anzeigen. Die Nachrichtenagentur Reuters will bereits unter der Hand von einer Einigung erfahren haben.

'Schaden für den europäischen Mediensektor'

Der Verband Österreichischer Zeitungen, VÖZ, kritisiert in einer Aussendung diese mögliche Einigung scharf. "Aus unserer Sicht reichen die Zugeständnisse von Google bei Weitem nicht aus", sagt VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger. Er befürchtet: "Die Vorschläge werden die Marktdominanz des Suchmaschinengiganten in Europa nicht bremsen, sondern weiter zementieren."

Europäische Werbegelder würden damit dem US-Konzern weiter zugetrieben, der europäische Mediensektor würde weiter Schaden nehmen. "Das kann nicht im Sinne der EU sein", sagt Grünberger. Der VÖZ hat seine Bedenken sowohl dem Wettbewerbskommissar Almunia als auch dem österreichischen EU-Kommissar Johannes Hahn schriftlich zur Kenntnis gebracht. Laut VÖZ habe Almunia versprochen, die Meinung von Google-Konkurrenten einzuholen, bevor die Kommission Google eine rechtsverbindliche Zusage übermittelt.
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