VÖZ fordert eigenen „Internet-Minister“
 

VÖZ fordert eigenen „Internet-Minister“

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Der Verband setzt außerdem seine Kampagne fort, Ziel ist die Positionierung der Zeitungen und Magazine als Informations- und Erklärmedien, als Medien der Meinungsbildung und Plattform des öffentlichen Diskurses nachhaltig zu verankern

Gemeinsam mit dem Kreativteam von Demner, Merlicek & Bergmann (D,M&B) setzt der Verband Österreichischer Zeitungen, kurz VÖZ, die Kampagne „Steigern Sie den Wert Ihrer Meinung. Mit jeder Zeitung und jedem Magazin mehr.“ fort. Mitte August startet die VÖZ-Gemeinschaftskampagne. Anknüpfend an die erste Kampagnenwelle werden über den Sommer drei ausgewählte Sujets aus dem Vorjahr geschaltet.

Anfang September folgen neue Sujets, die die demokratiepolitische Funktion der VÖZ-Mitgliedsmedien in den Mittelpunkt stellen. Die Kampagnenlaufzeit ist bis Ende 2014 angelegt. Ziel der Werbe-Offensive ist es, die Positionierung der Zeitungen und Magazine als Informations- und Erklärmedien, als Medien der Meinungsbildung und Plattform des öffentlichen Diskurses nachhaltig zu verankern.

„Zeitungen und Magazine können mehr als nur die schnelle Nachricht zu liefern. Sie ziehen eine Ebene der Reflexion in den politischen Diskurs ein, die mündigen Bürgern hilft, sich eine Meinung zu bilden. Gerade in Wahlzeiten ist diese Funktion der Zeitungen und Magazine für die Demokratie von besonderer Bedeutung. Darauf wollen wir hinweisen“, betonte Harald Knabl, Vorsitzender des Boards Lesermarktes im VÖZ.

VÖZ fordert weiterhin Aufstockung der Presseförderung

Der Verband habe sich bewusst dazu entschieden, die Kampagne während des Nationalratswahlkampfes zu starten, unterstrich VÖZ-Präsident Thomas Kralinger: „In dieser Legislaturperiode sind einige medienpolitische Vorhaben, die wir als essentiell für die Weiterentwicklung des Medienstandortes ansehen, auf der Strecke geblieben.“ Daher setze man große Hoffnungen in die kommende Gesetzgebungsperiode und nutze die Inseratenkampagne, um die Forderung nach einer Neuordnung und Aufstockung der Presseförderung sowie einer Reform des Urheberrechts der Politik in Erinnerung zu rufen.

Board-Werbemarkt-Vorsitzender Helmut Hanusch nahm in seinem Statement ebenfalls auf die Presseförderung Bezug: „Im vergangenen Jahr nahm der Fiskus 110 Millionen Euro durch die Werbeabgabe ein, davon stammt circa die Hälfte von Zeitungen und Magazinen. Eine Aufstockung der Presseförderung auf 50 Millionen Euro wäre somit kein Almosen für eine Not leidende Branche, sondern eine Refundierung bereits geleisteter Abgaben und eine sinnvolle Investition in den Medienstandort, unsere Demokratie und damit in unsere Zukunft.“

Neues Amt „Internet-Minister“

Um diese Vorhaben nach der Wahl entschlossener voranzutreiben, könnte die nächste Bundesregierung einen Vorschlag aus Deutschland aufgreifen. Dort forderte eine Bundestags-Kommission einen „Internet-Minister“, der geeignete Antworten auf die Digitalisierung der Wirtschaft entwickeln solle.

„Mit der Digitalisierung befinden sich wesentliche Teile der Wirtschaft in einem fundamentalen Umwälzungsprozess. Davon ist keineswegs nur die Medienbranche betroffen, sondern zahlreiche  Sektoren des Wirtschaftslebens, die in Österreich für Arbeitsplätze und Steueraufkommen sorgen. Wenn wir so wie bisher weiter machen, werden die großen Gewinner der Digitalisierung nicht in Österreich und Europa sondern im Silicon Valley oder in Asien ihren Sitz haben. Die kommende Bundesregierung muss der digitalen Entwicklung der Wirtschaft mehr Bedeutung beimessen und diese aktiv begleiten“, betonte Kralinger.

Das neu geschaffene Amt könne Impulse für zahlreiche Querschnittsmaterien, die Medien, Informationsgesellschaft und digitale Wirtschaft betreffen, setzen. Der VÖZ-Präsident nannte hierbei neben einem Anteil für die digitale Weiterentwicklung der österreichischen Medien innerhalb der Presseförderung, ein zeitgemäßes Urheberrecht und die Problematik der unterschiedlichen Steuersätze auf Print- und Online-Zeitungsinhalte. Hier der Link zur Internet-Enquete des deutschen Bundestages, deren Mitglieder bereits im Frühjahr einen "Internet-Minister" gefordert haben.
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