Vice Alps gibt Refugees eine Stimme
 

Vice Alps gibt Refugees eine Stimme

Vice Alps
Mohammed Ali Alamy (links) und Mustafa Guevara (rechts) arbeiteten als Journalisten im Irak.
Mohammed Ali Alamy (links) und Mustafa Guevara (rechts) arbeiteten als Journalisten im Irak.

Zwei Flüchtlinge übernehmen eine Woche lang den Instagram- und Snapchat-Account der Redaktion. Die sogenannten #ViceRefugeeReports sind Teil der umfassenden Berichterstattung zum Thema Asyl

Vice Alps verschafft zwei geflüchteten Journalisten ab heute Gehör und übergibt ihnen temporär ihren Instagram- und Snapchat-Account. Eine Woche lang werden Mohammed Ali Alamy und Mustafa Guevara über ihren Alltag in einem Notquartier der Caritas Wien berichten. "Ich freue mich sehr, den Österreichern zeigen zu dürfen, wie wir hier leben", erklärt Alamy, der 23-Jährige war in seiner Heimat Bagdad unter anderem für die Interessensvertretung irakischer Journalisten tätig. Sein bester Freund Mustafa Guevara wiederum wurde für seine unbequemen Recherchen über das irakische Militär mit Gewalt bedroht – gemeinsam werden die beiden mit Fotos und Videos durch das Camp führen.

Dabei werden sie auch mit anderen Schutzsuchenden über ihr Leben in Österreich sprechen, am Ende der Woche ist ein umfassender Bericht geplant. Vice Alps-Chefredakteur Markus Lust erklärt dazu: "Wir wollen uns auf das Experiment einlassen und die inhaltliche Gestaltung den geflüchteten Kollegen übergeben. Das Wichtigste ist, dass wir nicht für Flüchtlinge sprechen, sondern sie selbst zu Wort kommen lassen. Auch eine kurzfristige Ausweitung auf Twitter oder Facebook Live ist vorstellbar."

Die #ViceRefugeeReports sind Teil der umfassenden Berichterstattung von Vice Alps zum Thema Asyl – nicht nur Mohammed Ali Alamy und Mustafa Guevera werden dabei miteingebunden, sondern auch fünf weitere Journalisten, die über das Projekt Join Media vermittelt wurden. "Unser Ziel ist es, der anonymen ‚Flüchtlingswelle‘ ein Gesicht zu geben und statt über Flüchtlinge zu berichten, eine vielseitige Berichterstattung mit und von Flüchtlingen zu etablieren. Deshalb habe ich mit den geflohenen Kollegen gemeinsam ein Konzept erarbeitet, das ihre Sichtweise und ihre Lebenswelt in die Refugee-Thematik einfließen lässt", erklärt Vice Alps-Editor Christoph Schattleitner die Intention der Kolumne "Journalisten nach der Flucht".

Zu sehen sind die #ViceRefugeeReports noch bis zum 25.Juli auf Instagram unter @vice_alps und auf Snapchat unter vicealps, alle Texte der Kolumne werden hier gesammelt.
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