Verein will Digitalradio in Österreich etabli...
 

Verein will Digitalradio in Österreich etablieren

Gemeinsame Technologieoffensive im terrestrischen Hörfunk von Privatsendern und dem FEEI - Erst im Sommer lehnte die KommAustria die Einführung von Digitalradio vorerst ab

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie und bekannte Radiobetreiber haben sich ein gemeinsames Ziel gesetzt und möchten Digitalradio in Österreich etablieren. Diesem Wunsch haben Sie nun im Rahmen einer Aussendung Nachdruck verliehen.

In vielen europäischen Ländern sei digitales Radio bereits etabliert oder gerade im Aufbau. Störungsfreier Empfang, bessere Klangqualität, mehr Programmvielfalt sowie Texte und Bilder als Zusatzinformationen für Konsumenten seien nur einige der Vorteile, warum sich europäische Hörfunkanbieter für Digitales Radio entschieden haben, heißt es. Österreich sei diesbezüglich allerdings noch ein "weißer Fleck" auf der Digitalradio-Landkarte. Daher habe der FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie, die Technikum Wien GmbH und einige österreichische Radiosender wie Radio Arabella und LoungeFM zur Etablierung von Digitalradio in Österreich den Verein Digitalradio Österreich gegründet.

Die Organisation möchte den digitalen Hörfunk in Österreich, die Weiterentwicklung der Mediengattung Radio in der digitalen Medienwelt, die Etablierung des Hörfunks auf neuen Plattformen sowie die Informationsvermittlung und die Unterstützung der Aus- und Weiterbildung im Bereich der elektronischen und neuen Medien weiter vorantreiben.

"Technisch ist Digitalradio längst in der Realität angekommen. Auch der Gesetzgeber hat in Österreich die prinzipiellen rechtlichen Voraussetzungen für einen Start des digitalen Hörfunks geschaffen. Es liegt also auch an den Hörfunkanbietern, nun verstärkt in diesem Segment Leistungen anzubieten, da die zuständige Behörde erst bei Vorliegen eines überzeugenden Programmbouquets, also circa. zwölf bis 15 Programme, den Start von Digitalradio veranlassen wird", erklärte der stv. Geschäftsführer des FEEI Manfred Müllner.

Als Vorteile von digitalem Radio nennt der Verein unter anderem, dass man Zusatzdienste in Anspruch nehmen könnte. Dank digitaler Übertragungsprotokolle wie beispielsweise DAB+ sei es möglich, neben dem Hörfunksignal weitere Datenpakete wie Bilder, Texte oder auch interaktive Seitenlayouts zu übertragen. Wetterkarten, Verkehrsdaten, Lottoergebnisse, Börsenkurse, Fahr- und Flugpläne könnten interaktiv zur Verfügung gestellt werden. Weiteren Nutzen ortet der Verein darin, dass Konsumenten von einer größeren Programmauswahl profitieren könnten, unter anderem von neuen Spartenkanälen.

"Digitales Radio eröffnet den Konsumenten eine komplett neue Informationswelt. Der Endgerätemarkt bietet bereits jetzt eine breite Angebotspalette an Geräten - vom Radiowecker, Küchenradio, Kompaktgerät, Komponenten für Hifi-Anlagen bis hin zum USB-Stick, dem Smartphone-Adapter oder eben Autoradios. Daher ist es für uns nur mehr eine Frage der Zeit, bis es auch in Österreich Digitalradio als zeitgemäße Weiterentwicklung von UKW-Radio geben wird", erklärte Manfred Müllner abschließend.

Erst kürzlich fand eine Bedarfserhebung statt:

Im Sommer 2012 führte die Medienbehörde KommAustria eine Bedarfserhebung für den Digitalradio-Standard DAB+ durch. Hierbei wurden Radiostationen dazu aufgefordert, Interesse an einer digital-terrestrischen Verbreitung von Hörfunkprogrammen und sonstigen Diensten in Österreich anzumelden. Das Ergebnis: Die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) gab bekannt, dass die Mindestanzahl von zwölf bundesweiten Programmen, die nach dem Digitalisierungskonzept der Behörde für einen von der KommAustria initiierten Start des digitalen Hörfunks erforderlich wäre, knapp verfehlt wurde. Damals gab die KommAustria bekannt, im Rahmen ihres kommenden, zu erstellenden Digitalisierungskonzeptes 2013 ihren weiteren Fahrplan zur Digitalisierung des Hörfunks festzulegen.
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