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Urheberrecht: Heimische Branchenverbände hoffen auf Herbst

APA

Zeitungsverleger, Musik- und Filmwirtschaft in Österreich hoffen nach der heutigen Abstimmung im EU-Parlament auf einen neuen Anlauf für die Urheberrechtsreform nach der Sommerpause. In einem der APA übermittelten Statement sahen die Branchenvertreter derzeit Lobbying-Bemühungen der "US-Giganten" von Erfolg gekrönt. Es gelte nun, weiter "Überzeugungsarbeit" zu leisten.

Allein Google habe "aktuell mindestens 31 Millionen Euro in direkte und indirekte Lobbying-Aktivitäten gesteckt, um ein neues und faireres Urheberrecht zu verhindern", verwies Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) auf "Erhebungen der britischen Musikindustrie". Mit Blick auf die Plenardebatte im Herbst werde man "die Überzeugungsarbeit für ein europäisches Leistungsschutzrecht" weiterführen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die besseren Argumente haben."

Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) gab sich ebenfalls "überzeugt, dass im Parlament noch offene Fragen geklärt werden können und am Ende grünes Licht für die Reform des europäischen Urheberechts gegeben wird". Auch er sah indes eine "beispiellose mit dem Geld der Tech-Konzerne befeuerte Verunsicherungs- und Desinformationskampange" am Laufen. Seinem Verband dagegen gehe es um "Fairness und Gerechtigkeit" für "zwölf Millionen Kreative".

Für den Fachverband der Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer betonte Danny Krausz die Bereitschaft zum "Dialog": Der "Bedarf der Kreativ- und Contentwirtschaft nach Aufklärung und Darstellung der unfairen Bedingungen, die wir im Netz erleiden", sei "deutlich" zu erkennen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass "Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden können".

Blümel setzt ebenfalls auf Herbst

Auch Medien- und Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) setzt seine Hoffnungen für Urheberrechts-Reform auf die Sitzung des EU-Parlaments nach der Sommerpause. "Ich hoffe sehr, dass die September-Sitzung eine Mehrheit dafür bringen wird", erklärte er in einem Statement gegenüber der APA.

Es gehe darum, "sicherzustellen, dass es in Zukunft überhaupt noch heimische Identität und europäische Inhalte im digitalen Raum gibt", sieht Blümel existenzielle Fragen berührt. "Wenn Europa eine Chance haben will, dann müssen wir Grenzen setzen, als Europa Stärke zeigen und gemeinsam den multinationalen Online-Giganten entgegentreten." Denn diese machten "Milliardengewinne mit den Inhalten Dritter".

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