„Unternehmen sind die Partycrasher auf Instag...
 

„Unternehmen sind die Partycrasher auf Instagram“

Johannes Brunnbauer
Hilton
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Katrin Kirchmayr und Michael Prügl von Unleashed Studio gaben Unternehmen am zweiten Tag des Werbeplanung.at-SUMMIT einen Leitfaden für den richtigen Kurs durch das Instagram-Universum mit.

Einen Einblick in die Corporate-Welt von Instagram gaben Katrin Kirchmayr und Michael Prügl von „Unleashed Studio“ - die unter anderem die Accounts von Bellaflora, Carpe Diem und die voestalpine betreuen - am zweiten Tag des Werbeplanung.at-SUMMIT 2018. Die wichtigste Frage für Unternehmen für den stark visuellen Kanal müsse lauten „Brauche ich Instagram überhaupt?“, sagt Prügl und gibt eine Checkliste vor: „Man sollte sich fragen: Ist meine Zielgruppe überhaupt dort oder gibt es eine Zielgruppe, die ich dort erschließen möchte?“ Tendenziell sei die Welt der Instagrammer auf die Altersgruppe zwischen 13 und 39 Jahren beschränkt. „Zweitens: Ist der Kanal relevant für meine Marke? Habe ich überhaupt schönen visuellen Content, den ich verwenden kann?“ Prügl rät, eher nicht B2B-Kommunikation auf Instagram zu machen – es sei denn, „man will gezielt auf Employer-Branding gehen und spricht zum Beispiel junge Techniker oder Lehrlinge an“. Das Fazit am Ende der Analyse: „Man muss einen strategischen Ansatz haben mit einem klaren Fokus – entweder macht man es ganz oder gar nicht.“

Zwei Medien auf einem Kanal

Geht es um die Befüllung des Kanals, setzt sich das Erfolgsrezept aus Content, der „Geschichten erzählt, Emotionen erzeugt und Beziehungen aufbaut“ zusammen, sagt Kirchmayr. In Wirklichkeit ist Instagram nicht eine Plattform, sondern inkludiert zwei verschiedene Medien mit unterschiedlichen Nutzerverhalten, ergänzt Prügl. „Im Feed sind es vor allem wunderschöne Fotos, die ziehen, in den Stories sind die User Videos, Ton und Specials wie Boomerang oder Hyperlapse gewohnt.“ Letztere würden immer wichtiger, „die User bleiben oft Stunden in den Stories hängen“. Wichtig für den Feed sei es, eine eigene Farb- und Bildwelt zu erschaffen, vor allem die ersten sechs Bilder sollten konsistent sein – als eine Art Visitenkarte für das Unternehmen. Beide betonen außerdem die Notwendigkeit eines Redaktionsplanes: „Der Best Case wäre, wenn Postings detailliert mit genauem Text, Bild und Hastags über einen längeren Zeitraum vorausgeplant werden“, führt Kirchmayr aus. Nur so könne man eine stimmige Markenstrategie garantieren. Ein nicht zu unterschätzender Faktor sei auch das Community-Management: „Instagram kommt aus der Community, Unternehmen sind in gewisser Weise die Partycrasher – man muss sich daher sehr bemühen. Follower möchten eingebunden werden und kommunizieren“, betont die Instagram-Expertin. Nicht vergessen werden sollte, die Community nicht nur auf dem eigenen Unternehmenskanal zu bedienen, sondern auch als Unternehmen proaktiv hinauszugehen und zu kommentieren.

Inhouse oder extern – aber ja nicht mit Praktikant

Wenn es um die Befüllung des Kanals geht, sei sowohl eine inhouse, als auch eine externe Betreuung möglich, erwähnt Prügl. Eines sei bei jeder Variante wichtig: „Es sollte eine langfristige Lösung sein. Besonders bei inhouse kann das nicht der Praktikant sein, der zwei Monate im Unternehmen ist.“ Geht es um die wichtigen KPIs für die Überprüfung der Maßnahmen, schwört der Social Media-Experte auf „qualitative Faktoren. Wir versuchen von schwachen Kennzahlen wie Likes wegzugehen, sondern auf qualitatives Feedback wie Interaktionen zu setzen.“ Eines gibt Prügl allen Unternehmen mit: „Aller Anfang ist schwer, gerade die ersten 1.000 Follower sind am schwierigsten.“

[Veronika Höflehner]

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