Twitter lässt gezielt Apps bewerben
 

Twitter lässt gezielt Apps bewerben

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Im Kampf um Werbe-Dollar gegen Facebook führt der Kurznachrichten-Dienst die "Mobile App Install Ads"

Ein Tweet mit einem kurzen Text, einem Vorschaubild und einem "Download"-Button: Dieses neue Werbeformat werden Twitter-Nutzer demnächst in ihrer Timeline zu sehen bekommen. Denn der Kurznachrichtendienst hat auf seiner Suche nach neuen Einnahmequellen eine möglicherweise lukrative Nische gefunden: Apps. "Als neuen Weg, um mobile Apps auf mehr als einer Milliarde Geräten zu bewerben", lobt Produktmanager Kelton Lynn die neue Werbeform. Direkt auf Twitter können 241 Millionen aktive User erreicht werden, der Rest der Reichweite kommt über eine Twitter-eigene Werbe-Plattform zustande.

Die App-Ads können über die Real-Time-Bidding-Plattform MoPub Marketplace, den Twitter aufgekauft hat und die offiziell 130 Milliarden Ad Requests pro Monat abwickeln soll, gebucht werden. Für Werber soll es simpel bleiben: Bucht man eine Twitter-Kampagne, wird diese automatisch über MoPub abgewickelt. Erste Kunden sind laut Twitter die Musik-Dienst Spotify und Deezer, die ihre App-Downloads pushen wollen, sowie App-Anbieter wie GetTaxi, HotelTonight oder SeatGeek.

Von Facebook abgekupfert


Die Idee, gezielt Apps bewerben zu lassen, stammt nicht von Twitter. Facebook hat bereits vor geraumer Zeit seine "App Install Ads" eingeführt, die dem Online-Netzwerk zufolge besonders gut funktionieren. Im ersten Quartal 2013 veröffentlichte Facebook konkrete Zahlen: 40 Prozent der Top-100-App-Entwickler auf iOS und Android hätten die Werbeform genutzt, in dem Geschäftsquartal hätte man etwa 25 Millionen App-Downloads gefördert. Die Werbeform solle "echten Umsatz" bringen, sagt Mark Zuckerberg damals.

In Österreich ist die Reichweite auf Twitter anders als in den USA oder Großbritannien eher bescheiden. Es gibt etwa 117.000 Accounts, von denen aber nur etwa die Hälfte regelmäßig aktiv ist. Wie HORIZONT exklusiv berichtete, haben die 50 größten Accounts aus Politik, Medien oder Sport bis zu 68 Prozent falsche oder inaktive Follower.
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