„Trust me, I’m lying“
 

„Trust me, I’m lying“

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Ryan Holiday manipuliert Medien

Blogs erfreuen sich als neue Kommunikationsform immer größerer Beliebtheit. Die Betreiber achten dabei leider nicht immer darauf, ob die Informationen richtig sind oder nicht. Was zählt sind Kommentare, Likes und Shares – kurz gesagt: Traffic auf den Plattformen. Diesem Umstand ging Ryan Holiday nach und gab sich als Experte für verschiedene Themengebiete aus.

Ein neuer Grubenhund

Versuche Journalisten hinter das Licht zu führen gab es schon früher, wie zum Beispiel den Grubenhund von Arthur Schütz. Mit einer Falschmeldung wollte Schütz die Nachlässigkeit der Journalisten überprüfen und hatte damit vollen Erfolg. Eine abgewandelte Form gelang nun auch Ryan Holiday: er gab sich als Experte aus. Wie in seinem Blog steht, wollte Holiday zeigen, wie leicht seine Kommentare und Statements in Blogs, aber auch in Massenmedien aufgenommen wurden, ohne größere Prüfung auf Richtigkeit. Womit der PR-Stratege nicht gerechnet hatte ist, dass die Massenmedien ebenfalls so leicht zu täuschen waren. Sogar die ‚New York Times‘ zitierte seine sinnfreie Aussage, als er sich als Experte für Vinylplatten ausgab.

Sein Ergebnis ist folgendes: Journalisten recherchieren nicht genau und überprüfen die Quelle nicht. Nur einige wollten mit ihm telefonieren, die meisten begnügten sich mit dem Zitat aus dem E-Mail. Schuld ist laut Holiday das Internet - jeder kann Meldungen verbreiten. Egal ob die Informationen stimmen oder nicht, wie viele Menschen sie lesen sei wichtig.

Das Experiment sollte ebenso das neue Buch von Ryan Holiday bekannt machen, das sich mit Medienmanipulation beschäftigt: ‚Trust me, I’m lying: Confessions of a Media Manipulator.‘
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