Tiktok-Update: Tiktok erreicht 100 Millionen ...
 
Tiktok-Update

Tiktok erreicht 100 Millionen Nutzer in Europa, Lösung im USA-Streit zeichnet sich ab

Aleksei / adobe.stock.com
Oracle hat keine Erfahrung mit sozialen Medien – ist aber ein Anbieter von Cloud-Diensten und ist zum Beispiel einer der Dienstleister des Videokonferenz-Dienstes Zoom.
Oracle hat keine Erfahrung mit sozialen Medien – ist aber ein Anbieter von Cloud-Diensten und ist zum Beispiel einer der Dienstleister des Videokonferenz-Dienstes Zoom.

Während Tiktok heute erstmals Nutzerzahlen für Europa bekanntgegeben hat, zeichnet sich im Ringen um die Zukunft der populären Video-App in den USA ein Deal in letzter Minute mit Beteiligung des Software-Konzerns Oracle ab.

Neues rund um die führende Plattform für mobile Kurzvideos: In Europa verzeichnet Tiktok mittlerweile über 100 Millionen aktive Nutzer. Das Unternehmen verfolgt in Europa einen lokalen Ansatz mit vor Ort ansässigen Teams, welche die jeweiligen Märkte kennen und aufbauen. Über 1.600 Mitarbeiter aus Bereichen wie Musik, Produktentwicklung, Vertrieb, Datenschutz, Entwicklung von Moderations-Richtlinien und Sicherheitsind in Europa für Tiktok tätig.

"In den zwei Jahren seit Gründung der Plattform hat die TikTok-Community immer wieder neue Trends ins Leben gerufen und die Mainstream-Kultur maßgeblich beeinflusst. Tiktok ist ein Zuhause für kreative Authentizität: Von Komödie und Bildung bis hin zu Magie, Musik und Sport bieten wir authentische und vielfältige Unterhaltung", kommentiert Rich Waterworth, General Manager Europa.

Oracle soll als Technologie-Partner Tiktok in den USA retten

Tiktok gehört dem chinesischen Konzern Bytedance. Die vom Weißen Haus erzwungenen Gespräche über den Verkauf des US-Geschäfts der populären Video-App haben zu einem anhaltenden Streit mit der chinesischen Regierung geführt. Nun deutet sich eine Tiktok-Beteiligung des Software-Konzerns Oracle an. Allerdings gehe es dabei nun nicht mehr um einen Verkauf des US-Geschäfts, sondern lediglich um eine Rolle für Oracle als "Technologie-Partner" im amerikanischen Markt, berichteten US-Medien in der Nacht auf Montag.

Es war zunächst unklar, ob diese Lösung US-Präsident Donald Trump zufriedenstellt. Er setzte dem chinesischen Tiktok-Besitzer Bytedance unter Verweis auf die Datensicherheit ursprünglich eine Frist bis Mitte September, sich vom US-Geschäft zu trennen.

In der Nacht auf Montag teilte zunächst Microsoft mit, dass sein Angebot für Tiktok abgelehnt worden sei. Der Windows-Riese hatte wochenlang über einen Kauf des Tiktok-Geschäfts in den USA, Kanada, Neuseeland und Australien verhandelt. Zuvor hatte die chinesische Regierung sich in die Position gebracht, einen solchen Deal zu blockieren.

Gemäß neuen Regeln von Ende August dürfen unter anderem "IT-Technologien mit Personalisierung auf Basis von Datenanalyse" nur mit einer Erlaubnis der Regierung ins Ausland verkauft werden. Software von Tiktok fällt unter diese Beschreibung.

Eine mögliche Rolle für Oracle könnte sein, die Daten amerikanischer Tiktok-Nutzer zu speichern. Trump bezeichnet Tiktok als Sicherheitsrisiko, weil über die App chinesische Behörden Zugriff auf Daten von Amerikanern bekommen könnten. Anfang August untersagte er US-Firmen und -Bürgern unter Verweis darauf Geschäfte mit Tiktok - dieses Verbot soll Mitte September greifen. Ohne einen Deal droht Tiktok damit das Aus in den USA. Trump betont vor wenigen Tagen, die Frist werde nicht verlängert. Sie läuft gemäß der Anordnung bis zum 20. September, während Trump mehrfach den 15. September als Stichtag nannte.

Update: Nun berichtet der chinesische  Fernsehsender CGTN, dass Bytedance das US-Geschäft von Tiktok nicht an ein US-Unternehmen verkaufen wird. Damit dürften sowohl Oracle als auch Microsoft aus dem Rennen sein. Bytedance lehnte es bislang ab, sich zu dem Bericht zu äußern.
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