Studie: Preisänderungen im Online-Handel blei...
 
Studie

Preisänderungen im Online-Handel bleiben oft unbemerkt

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Eine Erhebung des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens zeigt, dass knapp 40 der Österreicher noch nie Preisschwankungen beim Online-Einkauf festgestellt haben - insbesondere bei physischen Produkten.

Immer mehr Händler setzten datenbasierte Preisgestaltungen ein. So haben Produkte beim Online-Shopping via Smartphone häufig einen anderen (meist billigeren) Preis als beispielsweise am Computer. Lediglich 15 Prozent der Österreicher nutzen Vergleichsplattformen, um den Preis eines gewünschten Produkts zu prüfen. Vielmehr wird auf Recherche und den direkten Vergleich bei den Anbietern gesetzt (40 Prozent). Obwohl die Corona-Krise viele Preise in die Höhe getrieben hat, beobachteten nur knapp 18,5 Prozent eine Preissteigerung bei elektronischen Unterhaltungsgeräten, nur 11 Prozent bei Bekleidung und Accessoires. Insbesondere bei physischen Produkten bleiben Preisschwankungen im Online-Handel unbemerkt: 40 Prozent der insgesamt 1.000 Befragten gibt an, noch nie Veränderungen in den E-Commerce-Preisen festgestellt zu haben. Etwas mehr als die Hälfte der Konsumenten, die etwaige Preisschwankungen eines gewünschten Produkts registriert haben, beobachteten die Preisentwicklung zuerst, bevor sie schließlich beim güngstigsten Online-Händler bestellten. Jeder Fünfte hat den Online-Shop verlassen und sich im lokalen Handel auf die Suche nach dem günstigten Angebot gemacht.

Bei Flug- und Hotel-Angeboten sind die Österreicher etwas aufmerksamer: Hier hat schon etwa jeder Vierte Preisschwankungen wahrgenommen. "Bei Flug- und Hotelbuchungsplattformen ist die Praxis der datenbasierten Preisgestaltung schon lange gang und gäbe. Aber auch andere Branchen wie zum Beispiel Mobilitäts- und Car-Sharing-Anbieter ziehen nach und verrechnen ihren Kunden bei gleichen Fahrzeugmodellen unterschiedliche Preise – je nachdem, an welchem Wochentag, von welchem Endgerät, zu welcher Uhrzeit und von wo gebucht wird“, meint Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commcerce-Gütezeichens. Die Preise sind oftmals nicht nur vom Endgerät abhängig, sondern auch vom  bisherigen Einkaufsverhalten, vom Wochentag, der Uhrzeit oder sogar dem Wetter oder der Wohngegend. Behrens rät Online-Shoppern auf der Suche nach Schnäppchen daher Geduld: "Es ist fast unmöglich, verlässlich einzuschätzen, wann Konsumenten am besten ein bestimmtes Produkt kaufen sollten. Liegt eine definitive Kaufabsicht vor, empfehlen wir Verbrauchern, den Preis für ein bestimmtes Produkt zu unterschiedlichen Tages- und Wochenzeitpunkten abzurufen und in mehreren Shops zu vergleichen. Ab und zu sollten auch der Browserspeicher und Cookies gelöscht oder von einem anderen Gerät aus gesucht werden. Das erhöht die Chance, den besten Preis zu ergattern."
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