Storyclash treibt "Social Media News Charts" ...
 

Storyclash treibt "Social Media News Charts" voran

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Die Analysen, welche Online-Artikel bei Facebook am öftesten von Usern geteilt werden, gibt es nun auch für Deutschland - ein "Insights"-Tool soll an Verlage verkauft werden - ab Mai auch inklusive Twitter-Shares

Social Media und insbesondere Facebook haben sich für Onlinemedien zu einer wichtigen Traffic-Quelle entwickelt. Der „Gefällt mir“-Button, weltweit in etwa 30 Millionen Webseiten und Apps verbaut, ist zur spannenden Kennzahl für Publisher geworden, ob und wie gut ihre Artikel beim Publikum ankommen. Das Start-up Medianext aus Oberösterreich hat deswegen einen eigenen Webdienst namens Storyclash gebaut, der in Echtzeit berechnet, welche Artikel von Onlinemedien auf der ganzen Welt am öftesten geteilt beziehungsweise gelikt werden.

In Kooperation mit HORIZONT veröffentlicht Storyclash seit Anfang März im Monatsrhythmus die „Social Media News Charts“ für Österreich. Die Charts zeigen, welche Medien beziehungsweise welche Artikel in dem jeweiligen Monat aus Österreich am öftesten geteilt werden. Bei den „Share“-Zahlen werden die Likes und Shares, die Storyclash über die Programmierschnittstelle von Facebook ausliest, der Einfachheit halber zusammengerechnet – beide haben Einfluss da­rauf, wie stark sich ein Beitrag in dem Netzwerk verbreitet. Außerdem gibt die Infografik darüber Auskunft, welche Medien die meisten Artikel bei Facebook verlinken, an welchem Tag es die meisten Shares gab oder wie viel Prozent der Artikel überhaupt nicht geteilt werden – alles in allem wichtige Insights für Medienhäuser, die auf Facebook präsent sein wollen.

Expansion nach Deutschland

„Die Reaktionen waren überwäl­tigend“, sagt Storyclash-Gründer ­Andreas Gutzelnig über den Start der ­Social Media News Charts. „Die Share-Daten waren in der österreichischen Medienbranche weitgehend unbekannt. Über die Statistik diskutierten folglich die Eigentümer von großen Verlagshäusern und sogar „ZIB“-Anchorman Armin Wolf. Aufgrund des Erfolges in Österreich ­starteten wir im April auch in Deutschland diese Infografik-Serie.“ Medienpartner im Nachbarland ist der deutsche Horizont, der die Daten von Storyclash zu bild.de, heftig.co und Co. seit Kurzem ebenfalls monatlich veröffentlicht.

Für Storyclash sind die Medienpartnerschaften ein effektiver Weg, Bekanntheit für die eigenen Services zu schaffen. Zunächst ist der Ausbau der Daten geplant. „Wir werden ab Mai auch Twitter-Shares abfragen und in das Ranking mit aufnehmen. Außerdem möchten wir einen wöchentlichen Newsletter mit den ak­tuellen Charts einrichten“, sagt Gutzelnig. „Unser Ziel ist es, mit den Share-Daten eine wichtige Alter­native zu den bereits bekannten Besucherzahlen-Rankings zu bieten.“

Aus den Statistiken soll anschließend ein Geschäft werden. „Derzeit arbeiten wir mit Hochdruck an ‚Storyclash Insights‘. Aufgrund der enormen Menge der gespeicherten Daten – jeder Zeitpunkt jedes Shares jedes Artikels jedes Mediums auf jeder Plattform – haben wir die Möglichkeit, exklusive Informationen für Onlinemedien und Verlage bereitzustellen“, so Gutzelnig. „Publisher können Live-Rankings betrachten, zu ihren Beiträgen wichtige Performance-Daten auslesen und Mitbewerber sowie deren Artikel in Echtzeit beobachten.“ Publisher, die das Tool lizenzieren, könnten in Folge Wissen aus den Daten darüber ziehen, wie Artikel in puncto Social-Media-Reichweite optimiert werden könnten oder auf welche sich weltweit verbreitende Storys man reagieren muss.

Boulevard und Satire


„Besonders interessant ist die Zahl der meisten Shares pro Artikel, hier sichern sich mit klarem Abstand die Satire-Seiten ‚Die Tagespresse‘ in Österreich und ‚Der Postillon‘ in Deutschland den ersten Platz“, sagt Gutzelnig. „Einen weiteren Trend zeigt die umstrittene Webseite heftig.co in Deutschland, deren emotionale Artikel ebenfalls gerne mit Freunden geteilt werden. Seit unserer Messung haben in Österreich aber auch kleinere Blogs wie bissanzeiger.net oder yourdogmagazin.at mit einzelnen ‚Heftig-ähnlichen‘ Artikeln die 10.000-Shares-Marke geknackt.“ Das zeige, dass auch ohne große Werbe-Budgets viele Zugriffe aus den sozialen Netzwerken kommen könnten.

Auch für Marken sind die Daten, die Storyclash liefert, durchaus inte­ressant. Immer mehr Unternehmen und Brands setzen bei der Online­kommunikation auf Content Mar­keting und veröffentlichen eigene Artikel, die auf Facebook angerissen und verlinkt werden. Alleine ist ­Storyclash nicht am relativ neuen Markt für Social-Media-Analyse: In Deutschland etwa stellt der Web-Dienst www.10000flies.de ähnliche Daten bereit. Auch Tools wie Talk­walker, Buffer oder Hootsuite bieten Funktionen, um eigene Social-­Media-Aktivitäten oder jene von Mitbewerbern zu analysieren.
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