Stopline-Bericht: Weiterhin viele Meldungen z...
 
Stopline-Bericht

Weiterhin viele Meldungen zu Kindesmissbrauch und NS-Inhalten im Netz

ISPA
Barbara Schloßbauer, Projektleiterin der Stopline, und Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA, informierten über Zahlen, Daten und Fakten rund um die österreichische Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistische Inhalte.
Barbara Schloßbauer, Projektleiterin der Stopline, und Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA, informierten über Zahlen, Daten und Fakten rund um die österreichische Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistische Inhalte.

Insgesamt gingen 2019 9.106 Hinweise zu sexuellen Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistischer Wiederbetätigung im Internet ein.

Gegenüber dem Rekordjahr 2018 mit 15.194 Meldungen hat sich die Gesamtzahl der Meldungen im Vorjahr zwar reduziert, liegt insgesamt aber immer noch markant über dem langjährigen Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kam Barbara Schloßbauer, Projektleiterin von "Stopline", bei der Präsentation des aktuellen Jahresberichts

Die Meldestelle gibt es nun seit 22 Jahren und wurde von den Internet Service Providern Austria (ISPA) gegründet. "Stopline" dient der Meldung von Inhalten sexuellen Missbrauchs unmündiger Minderjähriger und nationalsozialistischer Wiederbetätigung im Internet. Der Meldungseingang sei - wie der Internetkonsum - jedes Jahr kontinuierlich angestiegen, so Schloßbauer. Insgesamt gab es bisher rund 95.000 Meldungen, von denen 21.000 auch tatsächlich strafbar waren.

NS-Postings am Steigen

2019 gingen pro Monat durchschnittlich rund 750 Meldungen ein. Dabei lässt sich eine deutliche Verschiebung erkennen: Der Anteil von nationalsozialistischen Inhalten von nur ein Prozent (23 Meldungen im Jahr 2018) hat sich auf 17 Prozent im Jahr 2019 (1.526 Meldungen) deutlich erhöht. Während 2017 und 2018 jeweils mehr als 97 Prozent der Meldungen sexuelle Missbrauchsdarstellungen betrafen, sank dies im vergangenen Jahr dagegen auf 68 Prozent (6.167 Meldungen).

Besonders hoch war im vergangenen Jahr zudem der Anteil der tatsächlich als strafrechtlich relevant eingestuften Meldungen: 30 Prozent der eingegangenen Hinweise - in absoluten Zahlen 2.697 - wurden als zutreffend eingestuft, also beinahe jede dritte Meldung. In den vergangenen Jahren lag dieser Wert immer zwischen elf und 22 Prozent. 2018 war es beispielsweise jeder fünfte Hinweis (19 Prozent), der nach Meinung von "Stopline" tatsächlich gegen die einschlägigen Gesetzesbestimmungen verstieß. Die Meldestelle führte diese Entwicklung darauf zurück, dass durch die Öffentlichkeitsarbeit ihre zwei Zuständigkeitsbereiche im Bewusstsein der User verankert wurden

ISPA
Positive Neuigkeiten gibt es indes auf der Hosting-Front: Im Vergleich zum Vorjahr konnten laut dem Bericht in vielen Ländern illegal gehostete Inhalte deutlich reduziert werden, dazu zählen vor allem Russland, Rumänien, die Seychellen und Frankreich. So gut wie alle eingegangenen Meldungen, die von Stopline als zutreffend eingestuft wurden, waren auf ausländischen Servern gehostet.

Meldungen bereits jetzt über 2019

Über den Dachverband INHOPE der Internethotlines weltweit, bei dem die "Stopline" Gründungsmitglied ist, wurden im Ausland gehostete Inhalte weitergemeldet. Hier zeigt sich, dass über 55 Prozent der Meldungen bei "Stopline" Inhalte in den Niederlanden betraf. "Die Niederlande haben eine hervorragende Infrastruktur, es gibt ein wesentlich höheres Aufkommen an Providern", erläuterte ISPA-Generalsekretär Maximilian Schubert. Zudem gäbe es dort sogenannte Bulletproof-Hoster, die bekannt sind, solange mit einer Reaktion zuzuwarten, bis sie strafrechtlich belangt werden können.

Bei der Stopline-Präsentation gab Schloßbauer auch einen Ausblick auf das heurige Jahr: Derzeit liegen der "Stopline" etwa 5.700 Meldungen vor. "Eine vorsichtige Prognose: Ich glaube nicht, dass die Zahlen von 2018 erreicht werden. Nach jetzigen Stand liegen wir hochgerechnet über 2019, aber unter 2018."
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