Staatliche Internetsperren steigen rasant an
 

Staatliche Internetsperren steigen rasant an

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Ein neuer UNESCO-Bericht zählt 116 Internetblockaden durch Regierungen seit Jänner 2016. Die meisten davon gab es in Asien.

Alleine 2017 wurden bereits 61 Internetsperren gezählt - 43 mehr als 2015, zitiert die APA aus dem UNESCO-Bericht "Weltweite Trends - Meinungsfreiheit und Medienentwicklung" hervor, der am Montag am Hauptsitz der UN-Kulturorganisation in Paris vorgestellt wird.

Seit Jänner 2016 gab es dem Bericht zufolge 116 Internetblockaden durch Regierungen, die meisten in Asien: So gab es etwa in Indien 54 Sperren, in Pakistan elf.

Die Autoren des Berichts warnen laut APA auch vor einer Einschränkung der Informations- und Kommunikationsfreiheit durch Massenüberwachung, algorithmusbasierte Gewichtung von Nachrichten und mangelnde Unabhängigkeit von Medien.

"Die Kommunikations- und Informationsfreiheit steht in vielen Ländern der Welt unter Druck", wird Wolfgang Schulz, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls für Kommunikations- und Informationsfreiheit in Hamburg, zitiert. "Regierungen überwachen zunehmend den Informationsfluss, fordern die Sperrung von Inhalten oder sperren diese selber. Das ist schädlich für die Entwicklung von Gesellschaften." 

Es gebe aber auch positive Entwicklungen, hält die UNESCO fest: Vor allem in Afrika und der Asien-Pazifik-Region würden immer mehr Gesetze zur Informationsfreiheit erlassen. Weltweit lasse die konsequente Umsetzung dieser Gesetze aber noch zu wünschen übrig.

[Red.]
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