Spritz: 1000 Wörter pro Minute lesen
 

Spritz: 1000 Wörter pro Minute lesen

#

Ein Start-up aus Boston hat eine Internettechnologie präsentiert, mit der man Romane in maximal 90 Minuten lesen kann - drei Jahre Entwicklung stecken in dem Projekt - Testen Sie Spritz selbst

Es ist eines der spannendsten Start-ups des jungen Jahres: Spritz Technology aus Boston. Die drei Gründer Frank Waldman (CEO und Co-founder), Maik Maurer (CTO und Co-founder) und Jamie Locke (VP Operations) haben drei Jahre Forschungszeit in die neuartige Lesetechnologie gesteckt und sie diese Woche das erste Mal der Weltöffentlichkeit präsentiert. Dabei handelt es sich um kleines digitales Anzeigefenster, in dem rasend schnell Wörter nacheinander eingeblendet werden. Überraschenderweise kommt man als Lesender trotzdem mit und kann die Information wahrnehmen.

Der scharlachrote Buchstabe


Spritz will die Darstellung gelesener Wörter aus dem Konstrukt des Buchdrucks lösen und das Lesen beschleunigen. Anstatt mit den Augen von Wort zu Wort zu springen, hält man den Blick auf das Anzeigefenster fixiert und bekommt dort bis zu 1000 Wörter pro Minute präsentiert. Zum Vergleich: Durchschnittliche Leser schaffen heute etwa 220 Wörter pro Minute. Die Idee basiert auf dem Umstand, dass man Wörter nicht Buchstabe für Buchstabe liest, sondern ein Wort als Ganzes erkennt. Spritz findet für jedes Wort den idealen Fokuspunkt, der meist mittig auf einem Buchstaben liegt, und färbt ihn rot. Aber probieren Sie es einfach selbst:

250 Wörter pro Minute:

xiSS8E7

350 Wörter pro Minute:

oo2oOpm



500 Wörter pro Minute:

56tvOUK

Den Spritz-Machern zufolge sollen mit Übung bis zu 1000 Wörter pro Minute möglich sein. Innerhalb von fünf Minuten sollen Menschen die neue Lesetechnik erlernt haben. Maximal 13 Buchstaben werden auf einmal angezeigt, lange Wörter unterteilt.


Viele Einsatzmöglichkeiten


Die Einsatzmöglichkeiten von Spritz sind den Entwicklern zufolge sehr vielfältig. Im Prinzip kann die Technologie überall dort eingesetzt werden, wo ein Display Text anzeigt. Von Smartphones (SMS, Facebook-Updates, E-Mails) über Smartwatches, Tablets bis hin zum Desktop-Computer oder E-Reader, auf denen man ganze Bücher mit Spritz lesen könnte. Demnächst soll eine E-Mail-Anwendung für Samsung-Smartphones und -Smartwatches vorgestellt werden. Außerdem können Firmen die Software von Spritz lizensieren, um die Technologie etwa auf ihrer eigenen Webseite zu verwenden.
stats