Spiegel bietet Pur-Abo für werbefreie Seite a...
 

Spiegel bietet Pur-Abo für werbefreie Seite an

Screenshot spiegel.de

Komplett werbefrei und ohne Tracking: Angelehnt an das Modell des österreichischen „Der Standard“ verkauft der Spiegel ab 11. Februar ebenfalls ein Pur-Abo.

Ab dem 11. Februar bietet spiegel.de ein Abo-Modell an, das den Lesern eine komplett werbefreie Webseite ohne Tracking ermöglicht. Das neue Abo kommt auf 4,99 Euro pro Monat, für bestehende „Spiegel+“-Kunden auf 1,99 Euro. In einem Blog-Eintrag auf medium.com erläutert der Spiegel: „Unser neues PUR-Abo, benannt in Analogie zum österreichischen „Standard“, der die Idee vor uns hatte, kostet 4,99 Euro im Monat. Für Abonnent*innen unseres Bezahlangebots SPIEGEL+ sind es rabattiert nur 1,99 Euro, weil sie bereits zur Finanzierung unseres Journalismus beitragen.“

Anleihe an derstandard.at

Damit nimmt das deutsche Medium Anleihe am Online-Modell von derstandard.at, der das Pur-Abo bereits vor einiger Zeit eingeführt hat. Für den Spiegel rückte in den vergangenen Monaten eine wesentliche Frage in den Vordergrund: „Wie können transparente Kommunikation und faire Lösungsangebote in den kommenden Jahren dazu beitragen, stabile Anzeigenerlöse zu sichern oder Alternativen zur Werbefinanzierung zu eröffnen?“, heißt es im aktuellen Blogbeitrag. 

Eine reine Finanzierung eines Qualitätsmediums über Online-Ads ist für den Spiegel nicht mehr realistisch. „Die alten Zeiten Performance-unabhängiger Werbung sind passé. Für sie gibt es schlicht zu wenig Nachfrage. Mit ihr ein vollwertiges Qualitätsmedium zu unterhalten, ist nahezu unmöglich.“ Weiterhin im Angebot wird es „Spiegel+“ geben, das einzelne Inhalte hinter eine Bezahlschranke stellt. Keine Lösung war es für die Herausgeber, alle Inhalte einer Bezahlpflicht zu unterwerfen. 

Komplexe Maßnahmen

Die Umsetzung des Pur-Abos war aus Sicht des Spiegels „komplex“. Im Hintergrund standen viele Einzelmaßnahmen, um die verschiedenen Themen sauber auseinanderzusortieren. „Geholfen hat, dass wir mit dem NextGen-Relaunch-Projekt die komplette Struktur unserer digitalen Angebote inklusive aller Tracking- und Anzeigenintegrationen neu aufgebaut haben und die Deaktivierung auf Nutzerwunsch von Anfang an berücksichtigen konnten“, heißt es im aktuellen Blog-Beitrags des Spiegel.

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