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Spanische Liga-App nutzt Mikrofon- & GPS-Daten gegen Pay-TV-Betrüger

Adobe Stock / Jordi Clave Garsot
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Die offizielle App der spanischen Fußball-Liga aktiviert Mikrofon und GPS des Smartphones und sucht im Hintergrund nach illegalen Streams in Kneipen. Im Zuge der DSGVO wurde die Praxis aufgedeckt.

Jährlich verursachen spanische Kneipenbesitzer, die Fußball zeigen, für diesen aber nicht zahlen, einen Schaden in Höhe von 150 Millionen Euro. Leidtragende sind neben der Liga auch die Vereine. Die offizielle App wird von rund zehn Millionen Fans genutzt und informiert über aktuelle Spielstände, Nachrichten und Statistiken. Die Liga bestätigte nun einen Bericht der spanischen Zeitung El Diario, laut dem die App über das im Smartphone verbaute Mikrofon im Hintergrund nach unlizenzierten Live-Übertragungen von Fußballspielen sucht. Nachdem entsprechende Fußball-Geräusche aus einem Fernsehgerät ausgemacht werden können, lokalisieren die Betreiber mit Hilfe der GPS-Ortungsfunktion die Kneipen, die nicht für das Pay-TV-Angebot zahlen.

Die umstrittene Praxis kam im Zuge der DSGVO ans Tageslicht, nachdem die Datenschutzbestimmungen mit dem Inkrafttreten überarbeitet werden mussten. Indes bestätigten die Macher der App die Funktion. Die Liga wehrte sich gegen die aufkommende Kritik, da das Mikrofon des Smartphones nicht die gesamte Zeit angezapft wird, sondern nur kurze Audioschnipsel aufzeichnet, die auf das Vorhandensein illegaler Streams schließen lassen. Im erforderlichen Anmeldevorgang muss am Ende ein Häkchen gesetzt werden, womit man die Nutzungsbedingungen akzeptiert. Das zweite ist optional und besagt „Protect your team!“ („Schütze dein Team!“). Damit willigt der Nutzer ein, dass Mikrofon- und Standortdaten verwendet werden dürfen, um Betrugsversuche von Gaststätten aufzudecken.

[Peter Saxer]

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