Social Media als Mittel der (politischen) Kom...
 

Social Media als Mittel der (politischen) Kommunikation oft überschätzt

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Podiumsdiskussion beleuchtet aktuelle Trends.

Die Veranstaltungsreihe Digital Business Trends (DBT) wird gemeinsam von APA und styria digital one organisiert und von Partnern, die den digitalen Wandel aktiv mitgestalten wollen, getragen. Kommunikationsexperten erklärten auf einer Veranstaltung am Donnerstagabend in Wien, dass in der politischen Diskussion Social Media nur ein Kanal von vielen sei. Kampagnen- und Kommunikationsberater Yussi Pick warnte davor, digitale Kommunikation nur auf Facebook, Twitter und Co. zu verkürzen. E-Mail und SMS seien ebenso wichtige Kanäle und spielten ihre Vorteile in der direkten, mobilen Kommunikation aus, was die Mobilisierung betreffe. Auch Medienbeobachter Klemens Ganner von APA-DeFacto betrachtet SMS und E-Mail als "Königsdisziplin", insbesondere bei Online-Wahlkämpfen. Für Florian Cech vom Centre for Informatics and Society (C!S) der TU Wien sind Massendaten-Sammlungen der Social Media-Riesen "nicht objektive Wahrheiten, sondern mit Werten und Biases geformte digitale Abbilder des Menschen". Lena Doppel-Prix, Autorin und Expertin für digitale Kommunikation verwies darauf, dass sich lediglich "ein paar Prozent" der Wähler im Netz politisch äußern. Diese laute Minderheit habe aber eine gefestigte Meinung und lasse sich nicht beeinflussen. Dies führte Kommunikationsberaterin Nina Hoppe zur Ansicht, dass durch Social Media politische Diskussiuon nicht leichter, sondern "schwieriger und oberflächlicher" werde. Politikbeobachter Dieter Zirnig sieht deshalb auch "große Aufgaben" auf Journalisten zukommen. Für ihn gewinnt der Faktencheck an Bedeutung, "wenn Parteien eigene Newsrooms aufbauen und vermehrt selbst nach außen kommunizieren". 

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