Smartphone-Markt trotzt Unterhaltungselektron...
 

Smartphone-Markt trotzt Unterhaltungselektronik-Krise

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Die durchschnittlichen Stückpreise für Smartphones steigen jährlich. In diesem Jahr geben Verbraucher im Schnitt 532 Euro für ein Smartphone aus – das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die durchschnittlichen Stückpreise für Smartphones steigen jährlich. In diesem Jahr geben Verbraucher im Schnitt 532 Euro für ein Smartphone aus – das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr.

Während der Markt für Unterhaltungselektronik rückläufig ist, steigen die Umsatzzahlen im Bereich der Smartphones auch 2019 weiter an.

Der weltweite Umsatz mit dem Verkauf von Smartphones belief sich im Jahr 2018 laut Zahlen von Statista auf rund 522 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem Umsatzerlöse in Höhe von 497 Milliarden US-Dollar erzielt werden konnten, entspricht dies einem Anstieg von fünf Prozent. 

Das Jahr 2018 war aber bereits das zweite Jahr in Folge, in dem die Anzahl der verkauften Smartphones weltweit leicht rückläufig war. Marktforscher gehen allerdings davon aus, dass der Absatz mittelfristig wieder steigen wird. Umsatzseitig konnten die sinkenden Absatzzahlen in den letzten beiden Jahren aber durch steigende Verkaufspreise ausgeglichen werden. 

Auch Deutschland steht vor Rekord

Ähnliche Zahlen hat nun auch der deutsche Digitalverband Bitkom präsentiert. Demnach steht der Umsatz mit Smartphone in Deutschland vor einem Rekord. Laut einer Prognose des Bitkom werden 2019 in Deutschland mit Smartphones 11,9 Milliarden Euro eingenommen, ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2018. Die Anzahl der verkauften Geräte bleibt mit 22,4 Millionen Smartphones auf hohem Niveau stabil (2018: 22,6 Millionen). Es dominieren Smartphones ab einer Display-Größe von 5,5-Zoll den Markt – sogenannte Phablets. 18,4 Millionen verkaufte Geräte fallen in diese Kategorie. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen beruflicher und privater Nutzung gerade im hochpreisigen Segment zunehmend. 

Durchschnittliche Stückpreise mit Veränderungen

Im Vergleich der einzelnen Segmente sind Preisverschiebungen zu beobachten. Die durchschnittlichen Stückpreise für Smartphones steigen jährlich. In diesem Jahr geben Verbraucher im Schnitt 532 Euro für ein Smartphone aus – das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr. „Privatverbraucher wie Geschäftskunden wollen hochwertige Smartphones“, so May. „Für größere Displays, eine hohe Kameraqualität und schnelle Prozessoren geben sie in diesem Jahr sehr viel mehr Geld aus.“ 

Apple und vor allem Samsung stehen seit 2011 unangefochten an der Spitze des weltweiten Marktes. Allerdings geraten die beiden Marktführer zunehmend unter Druck durch chinesische Hersteller wie Huawei, Oppo oder Xiaomi. Huawei konnte im Jahr 2018 fast so viele Smartphones absetzen wie Apple und Experten gehen davon aus, dass das chinesische Unternehmen im Jahr 2019 Apple überholen wird.

Markt für Unterhaltungselektronik klar rückläufig

Olaf May, Mitglied im Bitkom-Präsidium: „Ein Smartphone, das tagsüber im Projektmanagement oder zur Erfassung von Kundendaten im Einsatz ist, wird zwischendurch zur Spielkonsole und abends zum Fernsehempfänger und Fotoalbum. Für Lehrer kann ein Smartphone ein Arbeitsmittel sein, für Schüler ein Bildungsmedium.“ Bitkom rechnet Smartphones deshalb nicht der Unterhaltungselektronik zu.
Die Umsätze mit Geräten wie Fernsehern, Digitalkameras, Audio-Anlagen oder Spielkonsolen gehen im laufenden Jahr voraussichtlich um 7,7 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro zurück. Das gab Bitkom ebenfalls heute bekannt. Im Jahr 2015 hatte das Marktvolumen erstmals die 10-Milliarden-Marke unterschritten. Mit einem Anteil von 45 Prozent stellen TV-Geräte nach wie vor das größte Segment in diesem Markt. 2019 wird sich der Umsatz mit Fernsehern laut Bitkom auf voraussichtlich 3,8 Milliarden Euro belaufen, ein Minus von 6 Prozent zum Vorjahr. Die Zahl der verkauften Fernseher geht mit einem Minus von 4 Prozent für das Jahr 2019 leicht zurück. „Vergangene Entwicklungen zeigen, dass der TV-Bereich stark innovationsgetrieben ist“, so May. „Neue Trends wie 8K und künstliche Intelligenz werden zu einer Belebung des TV-Marktes beitragen.“ Bei Digitalkameras sinken die Verkaufszahlen erneut stark, um 14 Prozent auf 1,6 Millionen Geräte. May: „Durch die hohe Qualität vieler Smartphone-Kameras verlieren Einstiegsmodelle und Kompaktkameras im mittleren Preissegment an Bedeutung. Das Interesse an besonders hochwertigen Digitalkameras an der Schnittstelle zum Profisegment ist demgegenüber ungebrochen.“

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