Smartphone: Ein kleines Gerät bringt große He...
 

Smartphone: Ein kleines Gerät bringt große Herausforderungen mit sich

Elisabeth Kessler
Medientage 2016 Tag2 am WU Campus, am 21.09.2016 | (c) Medientage/Kessler
Medientage 2016 Tag2 am WU Campus, am 21.09.2016 | (c) Medientage/Kessler

Ob Medienunternehmen, Bankensektor, Mobilfunker oder Start-up-Szene - die Veränderungen und Chancen, die die Nutzung des Smartphones mit sich bringt, lässt kaum eine Branche kalt.

Der Konsum von Nachrichten und Unterhaltung verlagert sich zunehmend von stationären Geräten auf mobile Geräte und hier allen voran auf das Smartphone. Anlass genug, um auf den Medientagen Experten über die Veränderungen und die Chancen dieser Entwicklung diskutieren zu lassen. Nach den Impulsreferaten von Walter Freese, Associate Director beim TNS Infratest Digital Centre und Eva Sassmann, Leiterin der Markt- und Medienforschung beim ORF, folgte die Diskussionsrunde zum Thema "Mobile Newsing - mobile Consuming", an der neben den beiden Referenten auch Barbara Klinser-Kammerzelt, xamoom-CEO, Michael Eder, Geschäftsführung Krone Multimedia (KMM), Mathias Fanschek, Head of Content and Communication bei der Erste Bank und Thomas Mayer, Vice President Brand Communication bei T-Mobile Austria, teilgenommen haben. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Andreas Martin, Geschäftsführer pilot@media.at.

Acht Thesen zur mobilen Nutzung

Walter Freese stellte in seinem Impulsreferat acht Thesen zur mobilen Nutzung auf. 1. These: In Österreich werden stationäre Geräte zwar immer noch stark genutzt, langsam käme es hier aber zu einem Richtungswechsel hin zur Nutzung von mobilen Geräten. 2. These: Nach dem Zeitalter der E-Mails und der Ära der sozialen Netzwerke befinden wir uns jetzt in einer Transformationsphase hin zu Messaging Diensten. 3. These: User erwarten sich, dass der Content auf jedem Screen - vom Laptop über das Tablet bis hin zum Smartphone - ident dargestellt wird. 4. These: Lineares Fernsehen wird nicht aussterben, aber durch On-demand- und Co-Incidental-Angebote ergänzt. 5. These: 80 bis 90 Prozent der Zeit, in der Smartphones genutzt, wird innerhalb von Apps verbracht und nicht im mobile Web. 6. These: Daten werden heutzutage zwar genutzt, aber noch nicht zielführend genug, um Usern tatsächlich durchgängig relevante Werbung auszuspielen. 7. These: E-Commerce schwappt auch auf den mobilen Bereich über. 8. These: Der User ist immer schneller als die Werbung.

ORF generiert 50 Prozent des Traffics mobil

Eva Sassmann präsentierte in ihrem Impulsreferat Zahlen, Daten und Fakten zu mobilen Geräten. Interessanter Fakt: 50 Prozent dessen, was der ORF an Traffic generiert, ist heute bereits mobil. Diesem Trend würde der ORF gerecht werden, indem das Unternehmen neben klassischen Fernseh- und Radioangeboten seine mobilen Angebote zunehmend ausbaut. Jüngste Innovation: Die ZIB 100, die in erster Linie für ein Smartphone-affines Publikum aufbereitet wird, und kürzlich ihre 100. Sendung feierte (HORIZONT berichtete).

"Da sein, wenn der User zum Smartphone greift"

In der anschließenden Diskussionsrunde zum Thema "Mobile Newsing - mobile Consuming" erzählt Michael Eder, dass die Krone Multimedia seit zwei Jahren intensiv in Social Media investiert - nicht zuletzt deswegen, da dieser Bereich vor allem mobil genutzt werde. Eine Herausforderung würden laut Eder Messaging Dienste darstellen - hier sei es das Ziel "dass wir uns technologisch so vorbereiten, dass wir kurzfristiger und schlagfertiger agieren können". Eva Sassmann ist davon überzeugt, dass es darum geht, mobile Angebote bereitzustellen - mit der ZIB 100, einem neuen und mobilen Nachrichtenformat, würde der ORF mittlerweile 60.000 Menschen erreichen - die allermeisten von ihnen online und am Smartphone.

Den Bankensektor wiederum beschäftigt das Thema "Mobile Payment". So hat etwa die erste Bank eine eigene App, die das Bezahlen mit Android-Smartphones ermöglicht und eine Kooperation mit Blue Code, damit Kunden bei ausgewählten Händlern bargeldlos bezahlen können. "Das mobile Bezahlen ist für uns die Zukunft. Wir glauben, dass im Jahr 2020 beinahe alle Zahlungen kontaktlos passieren werden", sagt Mathias Fanschek.

Wie es um das Thema "Mobile Advertising" bestellt ist, erklärt Thomas Mayer: "Diese Werbeform wächst, aber auf relativ geringem Niveau. Das stellt werbetreibende Unternehmen vor Herausforderungen, vor allem in den Formaten." Am Ende des Tages gehe es darum, dem Kunden Werbung auszuspielen, die Mehrwert schafft. Das sei auch für einen Mobilfunker wie T-Mobile von großer Relevanz.

Ein letzter Fakt: 73 Prozent aller Apps würden mittlerweile standortbezogene Apps sein. Darum stellt sich für Barbara Klinser-Kammerzelt, die seit Anfang September neue xamoom-CEO ist (HORIZONT berichtete), die Frage, wie Unternehmen durch das Smartphone in eine noch direktere Kommunikation mit dem User treten können. "Die größte Herausforderung ist wohl, genau in diesem Moment da zu sein, wenn der User zum Smartphone greift", schließt Klinser-Kammerzelt.
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