Skills für die digitalisierte Welt
 
#

Experten diskutierten im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Digital Business Trends“ über die Zukunft der Arbeit und darüber, mit welchen Qualifikationen Arbeitnehmer innovativ und erfolgreich sind.

Welche Kompetenzen sind angesichts der Digitalisierung künftig gefragt? Über diese und andere Fragen debattierten Experten am Donnerstag auf einem Event der Veranstaltungsreihe „Digital Business Trends“. Die Keynote des Events hielt Julia Bock-Schappelwein (WIFO).

Bock-Schappelwein widmete sich in ihrem Vortrag unter anderem der Frage, welche Jobs in den kommenden Jahren wegfallen oder sich grundlegend verändern werden. In den letzten 20 Jahren sei das Verhältnis zwischen Routine- und Nicht-Routine-Tätigkeiten im österreichischen Arbeitsmarkt gleichgeblieben, sagt die Expertin: Allerdings hat der Anteil manueller im Vergleich zu nicht-manueller Tätigkeit abgenommen. Gewachsen sind hingegen analytische und kognitive Tätigkeiten. Schon jetzt sei also sichtbar, dass automatisierbare Tätigkeiten, für die eine geringe Qualifikation nötig ist, künftig weiter an Bedeutung verlieren werden.

Von Arbeitskräften werde dementsprechend die Fähigkeit verlangt, sich anpassen zu können. Es brauche weiters Fähigkeiten, die Menschen von Algorithmen unterscheiden: Also etwa die Fähigkeiten, unstrukturierte Probleme zu lösen. Wichtig sei es dafür, die Basiskompetenzen schon in der Schule zu festigen – etwa im Bereich Lesefähigkeit. Weiters sei es wichtig, laufende Weiterbildung zu ermöglichen und von Unternehmen nachgefragte Qualifikationen schon in der Schulbildung anzubieten.

Mensch gegen Maschine

Mit Bock-Schappelwein diskutierten im Anschluss Peter Gönitzer (Wien Energie), Christian Huemer (TU Wien), Eva-Maria Huysza (Dimension Data Austria) und Gerhard Zakrajsek (IBM Österreich).

Erfolgreich waren laut Huysza jene Menschen im Unternehmen, die bereit waren, sich an Veränderungen anzupassen. Gönitzer  ergänzt, dass Digitalisierung in der Energiebranche neue Möglichkeiten schafft, den Kunden zu adressieren und dass sich Jobs dadurch verändern – der Kunde aber auch bereit sein wird, für einen persönlichen Service mehr zu bezahlen. Zakrajsek führt dem entgegen, dass IT-Systeme heute schon innerhalb weniger Sekunden Entscheidungen treffen können – schneller als jeder Mensch. Der Computer sei jedoch noch schlechter darin, emotional zu argumentieren. Jobs von Künstlern oder Sportlern würden dementsprechend ersetzt – wohl aber zum Beispiel die Arbeit von Analysten, die sehr strukturiert arbeiten. Huemer bringt das Beispiel, dass auch im Flugverkehr bereits viele Dinge automatisiert sind, dies aber von den Menschen als selbstverständlich wahrgenommen wird. Dementsprechend werden sich auch andere Bereiche ändern – etwa die Due Diligence-Prüfung bei Juristen. 

Einig sind sich die Experten darin, dass es auch mehr weibliche Fachkräfte in der Informatik braucht – weshalb unter anderem bei IBM und Wien Energie spezielle Töchtertage initiiert wurden, bei denen die Töchter der Mitarbeiter in IT-Jobs hineinschnuppern können.

stats