Schleichwerbung in YouTube-Videos?
 

Schleichwerbung in YouTube-Videos?

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In Clips von Y-Titty und Daaruum sollen nicht gekennzeichnete Produktplatzierungen vorgekommen sein - Prüfverfahren eingeleitet - Rechtsanwalt und Vermarkter Mediakraft weisen Vorwürfe zurück

Das Comedy-Trio Y-Titty oder die Mode-Video-Bloggerin Daaruum sind in Deutschland zu YouTube-Stars avanciert, die 2,8 Millionen bzw. 700.000 Abonnenten haben und wöchentlich viele Millionen Views produzieren. Ihnen wird jetzt von den deutschen Landesmedienanstalten vorgeworfen, illegale Schleichwerbung in ihren Videos, die viele junge Nutzer sehen, einzusetzen (die Zielgruppe sind 14 bis 34-Jährige). Y-Titty etwa soll konkret Produkte von Samsung, Coca-Cola und Mc Donald´s in ihren Clips präsentiert haben, ohne die kommerzielle Zusammenarbeit mit den Firmen klar gekennzeichnet zu haben. Bei Daaruum soll ein Haarshampoo der Marke Schwarzkopf als nicht gekennzeichnetes Product Placement vorgekommen sein.

Vermarktung durch Münchner Mediakraft


Verantwortlich für die Vermarktung der beiden YouTube-Kanäle Y-Titty und Daaruum ist die Firma Mediakraft aus München, die sich selbst als "größten Online-TV-Sender Mitteleuropas" bezeichnet und Werbern hohe Reichweiten in ihrem Netzwerk verspricht. Dieses Netzwerk besteht aus etwa 1000 YouTube-Kanälen, die pro Monat insgesamt 14 Millionen Seher erreichen sollen. Laut SWR soll Mediakraft für die "redaktionelle Integration" eines Produkts (z.B. wurde ein Smartphone auf einem Musik-Festival getestet) 80 Euro für 1000 Klicks verlangen. "Bei Y-Titty garantieren wir auf 1 Video 650.000 Views, also 52.000 Euro brutto", soll es in einem Schreiben seitens Mediakraft gegenüber dem SWR heißen. Y-Titty-Mitgründer Philipp Laude ist übrigens selbst Team-Mitglied von Mediakraft.

Prüfverfahren eingeleitet


Die Bezirksregierung Mittelfranken, die für Mediakraft zuständig ist, hat ein Prüfverfahren eingeleitet. Die Art der Produktdarstellung lege den Verdacht auf Gesetzesverstöße nahe, heißt es. Der Anwalt von Y-Titty weist die Vorwürfe zurück - seinde Mandanten hätten keine Kaufaufforderungen zu den Produkten gemacht. Seitens Mediakraft heißt es offiziell: "Der gesetzliche Grundsatz der Trennung von Werbung von redaktionellen Inhalten wird von uns und unseren Partnern beachtet. Die Kennzeichnung erfolgt auf klare Weise."
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