"Schlaue Medienhäuser rücken näher zusammen"
 

"Schlaue Medienhäuser rücken näher zusammen"

Christian Pöttler erzählt über die ungewöhnliche Konstruktion des Echo Medienhauses, seine Historie und Zukunftsvisionen.

HORIZONT online sprach mit Christian Pöttler, Geschäftsführer des Echo Medienhauses, darüber wie das Konglomerat aus Medienhaus und Agenturgruppe tickt, wie wertvoll engagierte Mitarbeiter sind und wie unabhängig das Echo Medienhaus wirklich ist und sein wird.



HORIZONT online: Herr Pöttler, Sie sind seit mehr als zehn Jahren Geschäftsführer des Echo Medienhauses. Kurz gefragt: Wie erklären Sie Ihrer Großtante was das Echo Medienhaus ist?

Christian Pöttler: Das Echo Medienhaus ist in erster Linie ein Haus in das ich jeden Tag gerne gehe. Es ist für uns extrem wichtig, dass unsere Mitarbeiter Spaß bei der Arbeit haben, das ist auch unser wahres Erfolgsgeheimnis. Unsere Mitarbeiter tun Dinge, die Sie mit Leidenschaft machen. Wir wollen den Blick offen halten für die Welt und wir sind uns bewusst, dass man auch Verantwortung trägt, wenn man Papier bedruckt oder TV macht.  

HORIZONT online: Das ist der philantropische Ansatz einer Erklärung … 

Pöttler: Genau. Nachdem wir auch von etwas leben müssen, braucht das Unternehmen eine wirtschaftliche Grundlage und die ist bei uns nach wie vor das Zeitungsgeschäft. Aber wir haben frühzeitig begonnen nicht nur Papier zu bedrucken, sondern uns zu überlegen, wie sich die Wertschöpfungskette erweitern lässt. Die ersten Schritte waren, dass wir neben Inseraten und PR-Beiträgen, auch Internetservices angeboten haben, Werbedienstleistungen und mittlerweile auch weitere Medien wie das Fernsehen vorantreiben. Insbesondere der Eventbereich gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Grundtheorie ist relativ einfach: Es gibt kaum einen Kunden, dessen Kommunikationsbedürfnisse mit nur einem Medium befriedigt werden können. Es ist Kernphilosophie des Hauses, dass wir jedem Kunden die maximale Palette anbieten. Die Realität bestätigt unser Vorgehen: Wir sind im letzten Jahr um 27 Mitarbeiter gewachsen – trotz Krise. Das ist auffällig.  

HORIZONT online: Worauf ist das Wachstum zurückzuführen – auf neue Produkte? 

Pöttler: Ja, wir bieten neue Produkte. Wien Live TV ist seit zwei Monaten on air und befindet sich in einer erweiterten Beta-Testphase. Dabei lernen wir viel. Das Projekt ist mit Blut, Schweiß und Tränen verbunden. Fernsehen hat zwei Eigenschaften: Es ist sehr teuer und sehr aufwändig, aber wir wollen den nächsten Schritt gehen. Und dem Trend Bewegtbild muss man folgen.  

HORIZONT online: Wenn Sie von Kunden sprechen, können Sie uns Beispiele nennen.  Wer wäre ein Paradekunde für die ungewöhnliche Mischung aus Agentur und Medienhaus?

Pöttler: Zum Beispiel die Wiener Städtische Versicherung. Diese war vor vielen Jahren ein klassischer Inseratenkunde war. Doch mittlerweile haben wir sehr viel gemeinsam umgesetzt – wir haben Bücher herausgegeben, Ausstellungen veranstaltet und den Ringturm verhüllt. An diesem Beispiel kann man sehr gut sehen, wie wir wirklich ticken: Es begann damit, dass die Wiener Städtische im Mozartjahr 2006 etwas Außergewöhnliches machen wollte. So fassten wir den Ringturm ins Auge, der als Gebäude für die Wiener Städtische per se steht. Die Idee war das Haus mit einem Don Giovanni-Bild von Christian Ludwig Attersee zu verhüllen. Ich habe Attersee damals als Maler von Opernbühnenhintergründen kennengelernt, und nun wollten wir in den öffentlichen Raum gehen. Das Medienhaus holte den ORF Wien an Bord und es wurde ein Don Giovanni-Tag veranstaltet. Bei der Eröffnung der Installation kamen 4000 Menschen und sie holten sich ihren Attersee-Kunstdruck ab. Das sind glückselig machende Momente, wenn man in ein Büro kommt und da hängt das Attersee-Bild, das man mit in die Welt gebracht hat. Aus dieser Idee ist unsere Eventabteilung entstanden, die mittlerweile riesig ist.  

HORIZONT online: Welche Events organisiert das Echo Medienhaus und woher kommen die Ideen für diese Veranstaltungen? 

Pöttler: Wir machen im Jahr 30 bis 35 Events, darunter ‚Eine Stadt. Ein Buch.’, die Kriminacht, Christmas in Vienna, den Vienna Night Run. Meist gehen diese auf einen Kundenwunsch zurück. Die Kriminacht zum Beispiel entstand vor drei Jahren als der Chef der Wiener Kaffeesieder zu mir kam. Er meinte: ‚Die Wiener Kaffeehäuser waren doch immer ein Ort der literarischen Begegnung‚ fällt euch nicht etwas ein?’. Wir überlegten damals eine Krimireihe im Haus zu verlegen. Diese zwei Zutaten haben wir zusammen geworfen. ‚Eine Stadt. Ein Buch.’ war eine Initiative mit der Kultursponsoring-Abteilung der Wiener Fernwärme. In Chicago gibt es die Aktion ‚one book, one Chicago’. Diese in Amerika sehr intellektuell aufbereitete Idee wurde von uns für eine breite Öffentlichkeit adaptiert – die Aktion hat eingeschlagen. Mit 100.000 verteilten Büchern ist die Initiative weltweit gesehen eine der größten Literaturförderaktionen geworden. Die Bücher werden von Helmut Schneider, Chefredakteur von Wien Live und Bürgermeister Michael Häupl, der ein unglaublich belesener Mann ist, ausgewählt.  

HORIZONT online: Das ist der Kulturbereich … 

Pöttler: … dann gibt es den Sportbereich, beispielsweise mit dem Vienna Night Run, den wir gemeinsam mit der Erste Bank umsetzen. Die Idee habe ich aus London mitgebracht. Hier kommt das Thema Verwirklichung ins Spiel, denn die Idee hat mich lange nicht losgelassen. Doch für gute Ideen braucht es einen Partner. Eine Mitarbeiterin hatte den zusätzlichen Einfall ‚Licht für die Welt’ einzubinden. Diese soziale Organisation, die Menschen Augenoperationen ermöglicht, erhält nun pro Läufer fünf Euro. Im ersten Jahr waren 3.000 Läufer am Start, heuer sind 20.000 Läufer unser Ziel. Das Beispiel zeigt wie man Leidenschaft, Spaß und Geschäftstüchtigkeit verbindet.  

HORIZONT online: In Ihren Erzählungen kam mehrmals vor, dass das Medienhaus eine Sache mit einem Partner verknüpft – würden Sie sich als Dealmaker bezeichnen? 

Pöttler: Vernetzung ist bei uns im Haus ein zentrales Thema, eine Tugend, die wir versuchen unseren Leuten richtiggehend hineinzupressen. Das ist schwieriger als man glaubt, denn sehr oft gibt es die Neigung Zäune aufzustellen. Doch unser Ziel ist es zu kooperieren – nach innen und nach außen.  

HORIZONT online: Das Echo Medienhaus hat viele Töchter. Wie ist es möglich hier diese untereinander zu vernetzen und das Haus einheitlich aufzustellen? 

Pöttler: Das Medienhaus zusammenzuhalten ist in der Theorie einfach, aber in der Praxis wahnsinnig schwer. Denn Eins und Eins zu nehmen und mehr daraus zu machen, das können nicht viele Menschen. Aber darauf richten wir das größte Augenmerk. Wir haben 14 Töchter, die jeweils für einen Fachbereich verantwortlich sind. Es wäre naheliegend, dass diese miteinander arbeiten und reden. Doch das war ein Irrtum. Wir haben darauf reagiert, indem wir jeden Dienstag ein wöchentliches Steuerungstreffen mit allen Geschäftsführern machen. So schafft man es, dass das Werkl einigermaßen in dieselbe Richtung fährt. Aber die Wahrheit ist, dass die zentrifugalen Kräfte sehr stark sind. Speziell bei unserem Geschäft ist jeder sehr fokussiert auf einen Kerngeschäftsbereich: Man macht Zeitung ODER Werbung ODER TV. Das ist gelernt. Wenn wir zum Beispiel versuchen, Journalisten aus dem Printbereich zu bewegen Kameras mitzunehmen, dann machen sie es meist nur unter vorgehaltener Pistole. Der Multiplikatoreneffekt ist aber sehr groß, wenn ich Maximilian Schell nicht nur im Magazin Wien Live, sondern auch auf Wien Live TV oder über die iphone-Applikation sehen kann. Doch das wird nicht immer gleich erkannt. Das ist alles wirkliche Arbeit. Inzwischen gibt es ein paar Universalisten. Und wir versuchen zu vermitteln, dass es wichtig ist links und rechts zu schauen. So haben wir ein System konstruiert, das nicht optimal ist, das aber garantiert, dass die Dinge nicht aus dem Ruder laufen.  

HORIZONT online: Vor dem Interview wurde uns von einem Ihrer Mitarbeiter eine Grafik präsentiert, das illustriert, dass die Echo-Medien als simple Verstärker der Events und Promotions für Werbekunden darstellt. Gibt es für diese Medien keinen publizistischen Auftrag? 

Pöttler: Diese Frage würde ich gerne zweiteilen. Wenn der Kunde im Mittelpunkt steht, dann kann ich ihm mehrere Lösungen anbieten oder zukaufen, das sollen die Promotions im Zentrum andeuten. Das Chart zeigt unsere Angebotsstruktur. Bei den Printiteln selbst, sieht sich keiner als Erfüllungsgehilfe des Medienhauses. Ich nehme beispielsweise das Wiener Bezirksblatt maximal im Umfang von ein bis zwei Seiten pro Monat in Anspruch und will dort behandelt werden, wie ein guter Anzeigenkunde. Dass jedes Heft auch eine publizistische Mission erfüllt ist klar. Beim Wiener Bezirksblatt gibt es ein politisches Naheverhältnis. Dieses sieht konkret so aus, dass wir eine sozialdemokratische Grundlinie vertreten. Viele sagen, dies werde gut getarnt, trotzdem verpassen wir uns gerade ein Redaktionsstatut. Und – wir waren nie eine Parteizeitung. Es gibt nur einen Punkt wo wir sehr radikal sind: Die FPÖ darf bei uns keine Inserate schalten, deren Idee lehnen wir ab und dazu stehen wir.  

HORIZONT online: Es gibt also kein strukturelles Naheverhältnis? 

Pöttler: Der Eigentümer des Echo Medienhauses ist die Allgemeine Wirtschaftholding. Das ist eine SPÖ-nahe Holding, die, ganz offen gesagt, Echo vor zwölf Jahren als Sorgenkind am Hals hatte. Die Holdinggeschäftsführer sagten damals zu mir: ‚Bitte schau, dass du das einigermaßen in Ordnung bringst.’  

HORIZONT online: Sie haben mit Ihrem Team aus dem Sorgenkind ein einträgliches Unternehmen gemacht? 

Pöttler: Wir haben ein lebensfähiges Unternehmen gebastelt und das war viele Jahre lang ein harter Kampf. Wir stehen heute auf wirtschaftlich soliden Beinen. Es werden keine Millionen verdient, aber das ist auch nicht die Mission. Ich kann mich auch nicht erinnern einen publizistischen Auftrag bekommen zu haben. Das Magazin Wien Live wurde also nicht von Parteistrategen erfunden. Wir glauben daran, dass es in Österreich eine von ausländischem Kapital unabhängige Mediengruppe geben sollte, die versucht Qualität zu liefern.  

HORIZONT online: Das bedeutet, dass Sie Gewinne wieder in das Haus investieren? 

Pöttler: Ja, fast ausschließlich. Letztes Jahr zum Beispiel starteten wir das Fernsehprojekt Wien Live TV. Fernsehen ist aufwendig und teuer. Und die Möglichkeiten im Verlagsgeschäft Geld zu verdienen sind – bescheiden. Wir haben uns letztes Jahr sehr konzentriert, haben lange überlegt, ob wir das Fernsehthema angehen sollen. Aber auf der andern Seite glaube ich auch an die Theorie, dass man versuchen sollte antizyklisch zu investieren. Sich tot zu stellen, wenn Gewitterwolken auftauchen ist keine gute Idee. Damit sind wir bis jetzt ganz gut gefahren. Aber man muss das Unternehmen sehr konzentriert und erdig führen. Es ist nicht so, dass wir uns große Sprünge oder eine Bauchlandung leisten können.  

HORIZONT online: Welche Produkte funktionieren unter diesen Prämissen gut?

Pöttler: In Wahrheit haben alle Produkte eine Zukunft, die kapiert haben, dass es nicht genügt einfach alle 14 Tage ein Heftl zu drucken. Das Bezirksblatt ist am weitesten, in der Entwicklung eine multimediale Plattform zu sein, mit der Online-Präsenz, einer Eventschiene, starken eigene Werbeauftritten und der Kooperation mit TV, die angedacht ist. Die Frage ist, was will der Leser und der Werbekunde, und daher, was ist notwendig um eine multimediale Plattform zu sein. Das Magazin Wien Live war unsere Probebühne. Wir wollten ein Weltstadtmagazin sein. Dazu gibt es den Internetauftritt, das Fernsehformat und jetzt verhandeln wir auch noch eine Ticketing-Plattform. Das Ziel ist eine Wien-Plattform mit der Möglichkeit gleich Tickets oder die Klamotte im Heft zu bestellen. Wien Live ist eine Spielwiese zum Ausprobieren. Amerikanische Magazine bauen sehr stark Websites auf, die anders sind als das Heft mit Zusatznutzen, der ins Kommerzielle geht. Der Kerngedanke heißt maximaler Service für den Kunden mit vielen Nebeneffekten.  

HORIZONT online: Der Fokus des Echo Medienhauses liegt in Ostösterreich? 

Pöttler: Wir haben ein paar nationale Medien: Nightline und Unsere Generation, das Vormagazin oder Wien Live. Außerdem gibt es das Riesenerfolgsprojekt ‚Flug zum Schnee’. Als Wiener Medienhaus haben wir viele tausende Menschen ins Zillertal transportiert.  

HORIZONT online: Wer ist hier ihr Kunde?

Pöttler: Tirol und das Zillertal. Im Zuge von Recherchen sind wir draufgekommen, dass Tirol eine der größten Tourismusregion der Welt ist, mit 43 Millionen Nächtigungen im Jahr, das ist mehr als Griechenland hat. Das zweite ist, dass der Tourismus besorgt war, dass die Krise zuschlägt und der dritte und wichtigste Punkt war: Tirol hat einen weißen Fleck und das ist Wien. Unser Projekt hatte schließlich als Kernbotschaft: Das Zillertal ist schnell erreichbar und es ist billig möglich dort einen Schitag zu verbringen. Es ist gelungen aus dem Projekt auch medial eine Geschichte zu machen. Und auch dieses Projekt hatte eine wesentliche Zutat: Nämlich, dass Marketingleiter Sven Rohskogler von der Idee begeistert und überzeugt war. Das ist die wirkliche Stärke des Hauses: Wie den Sven gibt es einige Mitarbeiter im Haus, die sagen ich habe eine Idee. Wenn ein Projekt im Medienhaus umgesetzt wird, ist der Ideengeber auch der Star. Das ist ein wichtiges Modell. Für den Night Run steht bei uns Hannes Menitz. Er ist Mister Night Run und hat das Projekt so erfolgreich gemacht.    

HORIZONT online: Also Stichwort Selbstverwirklichung.

Pöttler: Na klar. Man muss sich vorstellen in der Zeit in der ich hier bin haben wir keinen einzigen Schlüsselmitarbeiter verloren. Das muss einen Grund haben, denke ich mir. Bevor uns jetzt aber der Heiligenschein erdrückt noch etwas Kritisches – damit nicht der Eindruck entsteht, wir sind die totale Bambilandfamilie und wir haben uns alle nur lieb. Wir haben auch unsere Probleme. Aber das Thema Unternehmenskultur, das latent mitschwingt, ist etwas wirklich Zentrales. Es gibt auch monatlich ein Medienhausmeeting zu dem alle Mitarbeiter eingeladen sind mit anschließendem Fest. Mitarbeiter sind die Visitenkarten des Unternehmens.   Horizont: Noch eine Frage zur atypischen Konstruktion. Es gibt das Naheverhältnis zur Wiener SPÖ, wünschen Sie sich manchmal eine andere Konstruktion?   Pöttler: Nein.  

HORIZONT online: Die Mehrheit des Unternehmens liegt bei der AWH und diese gehört den Arbeiterheimen …

Pöttler: Ich gehe davon aus, dass wir nicht im Staatseigentum sind. Bei uns sind alle Geschäftsführer Mitgesellschafter. Das ist natürlich auch ein Mitgrund für die Bindung an das Haus. Ich bin davon ausgegangen, dass Leute, die sich an dieses Haus gewöhnt haben, Leistungsträger sind und, dass man mit aller Kraft versuchen muss diese zu halten. Das ist der Kern der Geschichte. Ich habe gesehen, was es anrichten kann, wenn in einer Werbeagentur drei wichtige Leute abgehen und in der Regel noch Kunden mitnehmen. Das ist fast tödlich. Die Geschichte muss stimmen und alle sollten daran glauben. Doch zu dem anderen Punkt: Wir arbeiten in einer Weise unbeeinflusst, wie es sich niemand vorstellen kann. Es gibt nur eine Erwartung: Das Unternehmen soll gut laufen. Ich arbeite sehr viel, verfüge aber über sehr große Freiheit. Ich erhielt immer wieder Angebote, aber ich denke mir, das gallische Dorf hat etwas für sich. Ich hätte in einem großen anonymen Medienkonzern mit meiner Psychostruktur große Probleme.  

HORIZONT online: Ist es denkbar, dass das Echo Medienhaus einmal privatisiert wird? Ist das ein Thema? 

Pöttler: Wenn jemand kommt und sagt, wir wollen uns beteiligen, dann werden unsere schlauen Eigentümer sicher sagen, das machen wir. Davon bin ich überzeugt. Ich glaube, um substanziell weiter zu wachsen, sind die Visionen von nationalen oder internationalen Medienhäusern nötig. Als Echo Medienhaus sind internationale Projekte kaum möglich. Das verstehe und akzeptiere ich auch. Aber ich glaube, dass in den nächsten Jahren viel passieren wird, und dass sich im gesamten Mediensystem viel verändern wird. Alle, die schlau sind werden in den nächsten Jahren weiter zusammenrücken.  

HORIZONT online: Es wäre also eine nächste logische Entwicklung, dieses Konglomerat aus Medien und Agenturgruppe als einheitliches Angebot an den Markt und in der Wahrnehmung der Branche in die Unabhängigkeit zu führen? 

Pöttler: Ich bin davon überzeugt, dass das passieren wird. Aber ich weiß nicht wie lange es dauern wird. Denn es gibt ein wesentliches Thema: Wir ticken anders als jedes andere Medienhaus in Österreich. Viele Branchenkollegen sind sehr stark fokussiert auf einen Bereich. Der klassische Verlagsmensch tut sich mit unseren Ideen, wie einem Flug zum Schnee, wo wir de fakto als Reisebüro agieren, sehr schwer.    



Das Interview führten Sebastian Loudon und Birgit Schaller. In einer gekürzten Version ist dieses auch im aktuellen HORIZONT 17 zu lesen, der am  30. April 2010 erscheint.
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