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"Salzburger Nachrichten": HD App und ePaper werden kostenpflichtig

Normaler Online-Dienst weiterhin kostenlos - Print wird 2014 einem Redesign unterzogen - Chefredakteur Manfred Perterer: "Unsere Tiefgründigkeit soll optisch stärker zum Ausdruck kommen"

Etliche Neuerungen stehen für die Leser der "Salzburger Nachrichten" ("SN") in den kommenden Monaten ins Haus. Auf Basis einer Chefredakteur Manfred Perterer zufolge sehr erfolgreichen ReaderScan-Welle wird das Hauptblatt nicht nur einem Redesign unterzogen, zusätzlich wird mit September die neue, vierteljährlich erscheinende Beilage "Dahoam" eingeführt und das "Wochenende" neu konzipiert. In Sachen Paywall für digitale Dienste folgt man einem internationalen Trend: HD-App sowie das ePaper werden ab Herbst kostenpflichtig.

"Günstige Einführungstarife"

"Wir gehen davon aus, dass Qualität auch etwas kostet und dass die Konsumenten bereit sein werden, dafür zu bezahlen", betonte Perterer im Gespräch mit der APA. Für bestehende Abonnenten bedeutet dies "einen günstigen, zusätzlichen Tarif, um diese Produkte in Anspruch nehmen zu können", für alle anderen sind günstige Einführungstarife geplant. "Wir müssen uns von dieser Billig- bzw. Gratismentalität trennen, weil die für uns Verlage einfach schlecht ist. Wenn wir gute Leistung liefern, möchten wir auch Geld dafür bekommen."

Normaler Webauftritt der "SN" nicht betroffen

Die HD-App, die derzeit nur für Apple-Geräte zur Verfügung steht, wird dann auch auf Android-Geräten "genießbar sein", wie Perterer ankündigte. Davon nicht betroffen sein wird allerdings der normale Webauftritt der "SN". "Da geht es einfach darum, die schnellen Meldungen zu verbreiten. Hier können wir uns auch nicht messen mit der 'New York Times' oder anderen. Aber mit der HD-Version bieten wir etwas, das für die Mentalität der 'Salzburger Nachrichten' steht, für Eigenständigkeit und Eigenleistung, und dafür werden wir etwas verlangen."

Redesign im Printbereich kommt

Im Printbereich wird man im kommenden Jahr ein Redesign durchführen. "Wir konnten die Lesedauer steigern", verwies Perterer auf die ReaderScan-Welle. "Das ist ein schönes Ergebnis, aber jetzt geht es darum, das durch die Mühen der Ebene zu bringen und nachhaltig zu sichern." Dabei will man im Unterschied zu Mitbewerbern einen anderen Weg beschreiten. "Wir reformieren das Layout des Blattes auf Basis der Inhalte und nicht umgekehrt." Umsetzen sollen das Jan Kny und Dirk Merbach gemeinsam mit dem Chef vom Dienst, Hermann Fröschl. "Wir möchten noch stärker als in der Vergangenheit eine Zeitung mit Analyse und Hintergrund sein. Unsere Tiefgründigkeit soll optisch stärker zum Ausdruck kommen."

Neue Beilage "Dahoam", "Wochenende" wird überarbeitet

Bereits zuvor gibt es die neue Beilage "Dahoam" sowie ein überarbeitetes "Wochenende". Während Letzteres ab Oktober zu einem gesellschaftspolitischen Magazin gemacht werden soll, für das man die Themen der Woche "hintergründig" bearbeiten will, orientiert sich "Dahoam" am Trend der "Sehnsucht nach Natur", so Perterer. "Da geht es um die Schönheit des Landes, um Brauchtum und Heimat im positiven Sinn." Im Unterschied zu erfolgreichen Magazinen wie "Servus in Stadt und Land" will man die Regionalität noch stärker betonen. "Wir wollen kein reines Rezeptheft werden. Es sollen Geschichten über Menschen aus dem Land Salzburg und die schöne Natur im Vordergrund stehen."

Keine Auswirkungen auf Preise

Bei einer erfolgreichen Einführung könne außerdem "die Schlagzahl" erhöht, sprich öfter als viermal jährlich publiziert werden. "Die Signale, die wir von unseren Nullnummern und Dummies bekommen, deuten in die Richtung, dass es im regionalen Bereich so etwas noch nicht gibt und das fehlt", zeigte sich Perterer zuversichtlich. Auch das Feedback potenzieller Anzeigenkunden stimmt den Chefredakteur positiv. Eine Auswirkung auf den Verkaufspreis bzw. die Abopreise sollen die Neuerungen allerdings nicht haben. Eine Erhöhung habe man - abgesehen von den üblichen Anpassungen alle paar Jahre - nicht vor. "Das dient viel mehr der Stärkung des Produkts 'Salzburger Nachrichten'."

(APA)
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