RTR: Zweite 5G-Auktion startet im August
 
APA/dpa
Zukunftsfrage 5G: Wie schnell erfolgt der Ausbau?
Zukunftsfrage 5G: Wie schnell erfolgt der Ausbau?

Ein Bonussystem soll 5G in bisher unterversorgte Gebiete bringen.

 In der zweiten Augusthälfte wird der Startschuss für die zweit 5G-Auktion in Österreich gegeben. "Unser Ziel ist dabei, vor allem die Versorgung mit ultraschnellem mobilen Breitband in der Fläche voranzutreiben", so Klaus Steinmaurer, Geschäftsführer der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) für den Fachbereich Telekommunikation und Post. 


Zur Vergabe gelangen insgesamt 27 Frequenzpakete aus unterschiedlichen Frequenzbereichen. Das Frequenzvergabeverfahren soll im 3. Quartal 2020 abgeschlossen sein.

Bonussystem

2.100 Katastralgemeinden seien derzeit schlecht bis gar nicht mit hochwertigen Mobilfunkbreitbanddiensten versorgt. "Um im Sinne der Breitbandstrategie des Bundes einen möglichst flächendeckenden Versorgungsgrad der Bevölkerung mit leistungsfähigem Mobilfunkbreitband zu erreichen, haben wir den Erwerb von 700 MHz-Frequenzpaketen mit der Auflage verknüpft, 900 unterversorgte Katastralgemeinden flächendeckend mit 5G auszustatten", erklärt Steinmaurer das Prinzip der flächendeckenden Versorgung. 

"Für die restlichen 1.200 Katastralgemeinden haben wir speziell für diese Auktion ein ‚Bonus-System‘ entwickelt: Die Bieter ersteigern zusätzliche Versorgungsverpflichtungen für einzelne Katastralgemeinden und erhalten dafür einen Bonus in Form eines Preisabschlags“, so Steinmaurer. 

Zusätzlich sind noch weitere Versorgungsauflagen vorgesehen, etwa für hochrangige Verkehrswege. Für die Versorgung von Autobahnen, Schnellstraßen und Bahnstrecken setzt die Regulierungsbehörde auf entsprechende Kooperationen zwischen Betreibern dieser Verkehrswege einerseits und den Erwerbern der versteigerten Frequenzen andererseits.

Investitionsanreize für den Ausbau

"Die Errichtung und der Ausbau von Telekommunikationsinfrastruktur ist investitionsintensiv. Wir kennen die Anliegen dazu. Im Einklang mit dem TKG stehende, moderate Mindestgebote sowie die Verlängerung der Zuteilungsdauer der Frequenzen auf fast 25 Jahre bieten den Erwerbern Rechtssicherheit und den nötigen Gestaltungspielraum, die den erforderlichen Investments durchaus gute Marktmöglichkeiten gegenüberstellen", sagt Steinmaurer.
Zusätzlich wurden die Rahmenbedingungen für Kooperationsmöglichkeiten („Sharing“) zwischen den Betreibern zur Erfüllung der Versorgungsauflagen erweitert und präzisiert. Neben passivem Sharing sind in Zukunft erstmals auch aktives Sharing und sogar Spektrum-Pooling erlaubt. "Wir wollen mehr Abdeckung mit möglichst wenig Sendern erreichen! Den von uns eingeräumten Kooperationsmöglichkeiten kommt auch entgegen, dass die aktuell zu vergebenden 5G-Frequenzen im gleichen Frequenzbereich wie 4G-Frequenzen liegen und überwiegend auf den gleichen, bereits bestehenden ‚Makrostandorten‘ verwendet werden könnten", erklärt Steinmaurer.
"Weiters nehmen wir die immer wieder geäußerten Ängste und Befürchtungen der Bevölkerung sehr ernst. Daher sehen die Frequenz-Vergaberichtlinien der Regulierungsbehörde seit jeher vor, dass die Betreiber hinsichtlich der Strahlung die Grenzwerte der WHO einhalten müssen. Bei Einhaltung dieser Grenzwerte bestehen nach dem aktuellen Wissensstand keine gesundheitlichen Risiken," führt Steinmaurer aus.

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