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Ringier Axel Springer kauft Polens größtes Internetportal

217 Millionen Euro für Anteil von 75 Prozent - Beobachter hatten Onet.pl günstiger eingeschätzt

Ein Konsortium des Schweizer Ringier-Verlages und des deutschen Axel-Springer-Verlages (Ringier Axel Springer, RAS) hat einen Anteil von 75 Prozent am polnischen Internet-Portal Onet.pl erworben. Der Kaufpreis des Anteils wurde mit 956 Millionen Zloty (217,3 Mio. Euro) angegeben. Das geht aus einer Mitteilung der Unternehmen hervor. "Die Übernahme ist ein Wendepunkt in der kurzen Geschichte unserer Gesellschaft", erklärte der Florian Fels, Vorstandsvorsitzender des Konsortiums, das seit knapp zwei Jahren besteht.

Das polnische Portal liefert Informationen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und ist mit einem Anteil von rund 30 Prozent Marktführer. Es verfügt außerdem über die meisten persönlichen Web-Blogs von Nutzern. Der polnische ITI-Konzern, Inhaber des populärsten privaten Fernsehsenders TVN, bleibt mit 25 Prozent Minderheitseigner an Onet.pl. Ringier Axel Springer hat laut Vertrag jedoch die Möglichkeit, auch diesen Anteil in spätestens fünf Jahren zu übernehmen, der Kaufpreis soll dann vom finanziellen Ergebnis der Webseite abhängen.

Beobachter zeigten sich überrascht vom hohen Preis für den nun verkauften Anteil. Das Maklerbüro KBC Securities etwa hatte den Wert des Portals zuvor auf insgesamt 870 Millionen Zloty geschätzt. "RAS bezahlt eine Prämie für den Marktführer und muss gute Ideen für Synergieeffekte haben", erklärte Wojciech Przylecki von der Internet-Unternehmensberatung INQBE gegenüber dem Wirtschaft-Internetportal Bankier.pl. Außerdem gehe es RAS darum, mit Hilfe des neuen Mediums schon existierende Internetportale der Gruppe zu fördern, so Marcin Dolata von der Investmentfondsgesellschaft Speedup Group.

RAS verfügt in Polen über verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Zu ihnen gehören das auflagenstärkste Boulevardblatt "Fakt", das Politmagazin "Newsweek Polska" und die Sportzeitschrift "Przeglad Sportowy". Insgesamt besitzt RAS in Mittel- und Osteuropa nach eigenen Angaben über 70 Printtitel und 60 Internetportale und beschäftigt 2.300 Mitarbeiter.

(APA)
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