Reichweitenmessung: 'Ein Meilenstein in der Ö...
 
Reichweitenmessung

'Ein Meilenstein in der ÖWA-Entwicklung'

RMA
Georg Doppelhofer sieht einen ,ambitionierten Zeitplan‘, aber man sei im Plan mit der neuen ÖWA.
Georg Doppelhofer sieht einen ,ambitionierten Zeitplan‘, aber man sei im Plan mit der neuen ÖWA.

Im Oktober soll die neue Webanalyse ihre Premiere feiern, erstmals mit monatlicher Ausweisung von Unique-Usern und (seltener) auch soziodemografischen Daten. HORIZONT fragte bei ÖWA-Präsident Georg Doppelhofer nach dem Stand der Entwicklung.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 23/2021 des HORIZONT. Noch kein Abo? Hier klicken.

Als „Kraftakt“ mit unzähligen Videomeetings und bilateralen Besprechungen zwischen den Projektpartnern beschreibt Georg Doppelhofer, Vorstand Regionalmedien Austria und seit Oktober 2020 Präsident der ÖWA, das Projekt der „Webanalyse Neu“, die exakt ein Jahr nach seinem Amtsantritt nun erstmalig harte Daten ausweisen soll. Zum ersten Mal werde es dann „monatliche und vergleichbare Reichweiten der großen Internetanbieter für den österreichischen Markt geben,“ wie Doppelhofer gegenüber HORIZONT ankündigt. Und zwar Anzahl der Nutzer (Unique-User) inklusive Soziodemografie. Auf den Printbereich umgelegt bedeute das quasi: „Die Veröffentlichung einer monatlichen ÖAK und einer monatlichen Media-Analyse in einer Studie.“

Neues Dashboard

Mit der Zusammenarbeit zwischen ÖWA und Reppublika (HORIZONT berichtete mehrfach) sei jetzt sichergestellt, dass es künftig eine objektive Währung zur Onlinenutzung in Österreich unter dem Dach der ÖWA gebe. Doppelhofer: „Darüber hinaus ist der ÖWA wichtig, gleichbleibend hohe Qualität der Studie und mehr Leistungswerte zu liefern. Dies wird nun mit der Veröffentlichung von monatlichen Reichweiten – zusätzlich zu den bisherigen monatlichen Messdaten – in die Realität umgesetzt. Die Veröffentlichung von monatlichen Unique-Usern ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Österreichischen Webanalyse.“ Neben der Neuaufsetzung der Methode würden aktuell die Richtlinien, die das Regelwerk der Studie beschreiben, laufend an die neue Vorgehensweise angepasst, parallel an der neuen ÖWA-Website und einem Dashboard gebaut, die ebenfalls im Herbst live gehen werden.

In Zukunft werde man neben den Unique-Usern auch die Zugriffe der Devices klar unterscheiden können, die mittels einer Device Detection technisch erhoben werden. Zugriffe auf Desktop und Mobile gesamt werden demnach klar getrennt ausgewiesen, Mobile gesamt wird aufgegliedert in Mobile Web und Mobile App. Weiters werde es eine klare Trennung zwischen Einzelangeboten – Dachangeboten – Vermarktungsgemeinschaften bei der Veröffentlichung geben.

Planungstool ,Zervice‘

Der ursprünglich ins Auge gefasste Fahrplan sollte laut Doppelhofer halten: „Derzeit sind wir im Plan, allerdings war und ist der Zeitplan sehr ambitioniert. Wir sind hoffnungsvoll, dass uns das gemeinsam mit unseren Dienstleistern Infonline, Reppublika und ISBA, die tolle Arbeit leisten und sich sehr engagieren, gelingt.“ Erste Erhebungen laufen bereits. Die eingehenden Paneldaten – von bis zu 40.000 Panelisten seitens Reppublika – werden bereits auf Plausibilität und Aussagekraft geprüft und etwaige Anpassungen an die Grundgesamtheit vorgenommen – so wie das auch in anderen Studien üblich sei. Als Gewichtungsgrundlage wird wie bisher der Austrian Internet Monitor herangezogen.

Darüber hinaus werden die Zahlen zu den Nutzern in das Werbeplanungs-Tool „Zervice“ der Firma H.T.S GmbH eingespielt. Damit wird Mediaplanung nach Soziodemografie, Herkunft oder Anschaffungswünschen für Zielgruppenberechnungen und mit Kreuztabellen möglich und die Brutto-Werbepreise dazu angezeigt. Dieser spezielle und gut vermarktbare Datensatz wird ab Herbst quartalsweise neu gegen Entgelt zur Verfügung stehen (bisher war das halbjährlich der Fall).

Neues Preismodell

Zum neuen Preismodell, das bei der „ÖWA alt“ immer wieder zu Diskussionen unter den Mitgliedern und letztlich ja auch zu ihrer Neuaufstellung führte, verrät Doppelhofer: „Das Preismodell wurde bereits im September vergangenen Jahres von den Mitgliedern in einer außerordentlichen Generalversammlung positiv abgenommen und wird bereits gelebt. Ziel war es, mehr Gerechtigkeit in die Gebührenverteilung für die Mitglieder zu bringen. Neben den Mitgliedsbeiträgen ist die Grundlage der Berechnung für jedes Mitglied an seiner Größe ausgelegt, die Berechnungsbasis sind die Anzahl der gemessenen PIs und UC des Mitglieds.“ Die Prüfgebühren würden sich nun ebenfalls nach der Anzahl der eingebrachten Domains und Apps des jeweiligen Mitglieds richten. Die „unbeliebten Staffelpreise und komplizierten Regelungen“ seien damit abgeschafft, die ÖWA sei deutlich verständlicher und fairer für die derzeit 74 Mitglieder geworden, so Doppelhofer.

Den internationalen Vergleich bei den Messmethoden scheut der ÖWA-Präsident jedenfalls nicht. Er meint zusammenfassend: „Es ist schwer Methoden miteinander zu vergleichen. Jedes Land hat so seine Eigenheiten in Bezug auf die Anforderungen und Möglichkeiten des Marktes. Für Österreich kann ich sagen, dass wir überzeugt sind, dem Markt ein sehr kompaktes Modell anzubieten, das ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis hat.“ Fehlt nur noch der angekündigte neue Name von ÖWA beziehungsweise der verschiedenen ÖWA Plus. Hier muss Doppelhofer jedoch enttäuschen: Es werde kein neues Trademark geben. „Alles heißt ÖWA.“


stats