Raus aus der Komfortzone
 

Raus aus der Komfortzone

Das fünfte Symposium der Strategie Austria ermutigte die Teilnehmer mit internationalen Keynote-Speakern, einem humorvollen Moderator und auflockernden Übungen dazu, die eigenen Komfortzonen auszuloten

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Rund 200 Gäste waren am 21. Oktober dabei, als die Strategie Austria zu ihrem bereits fünften Symposium in den Kuppelsaal der Technischen Universität Wien lud. Unter dem Motto "Raus aus der Komfortzone" gingen Karin Frick, Research-Leiterin des Gottlieb Duttweiler Instituts, intrinsify.me Gründer Mark Poppenborg, Plot Inc. CEO Andreas Freitag sowie Peter Spiegel, Zukunftsforscher und Leiter des Think Tanks Genisis, in ihren Beiträgen darauf ein, wie das Auf- und Ausbrechen aus bestehenden Systemen Innovation, Motivation und Führung in Unternehmen und Gesellschaft beeinflussen.

Nach der Begrüßung durch Strategie Austria-Geschäftsführer Leopold Ziereis wies Luca Conte, Strategie Austria-Präsident und Planning Director Saatchi & Saatchi Italy, darauf hin, dass gerade Planner immer wieder dazu aufgerufen sind, mit Konventionen zu brechen – auch wenn damit oft Angst und Ablehnung verbunden sind. "Eigentlich ist es uns allen bewusst, dass sich Entwicklung nur außerhalb der Komfortzonen vollziehen kann. Weitermachen wie bisher ist definitiv kein Business Plan. Die Digitalisierung macht alles neu, und Unternehmensstrukturen müssen diesen Änderungen Rechnung tragen. Wir alle brauchen ein Umfeld, in dem wir gerne und produktiv arbeiten können", so sein klares Statement.

Zweck statt Ziel

Durch den Nachmittag führte der britische Digital Transformation Coach Imran Rehman – mit Anekdoten über seine ganz persönliche Komfortzone und kurzen Übungen für das gesamte Publikum sorgte er dafür, dass keine Langeweile aufkam und auch die Teilnehmer des Symposiums ihre eigenen Grenzen überschreiten mussten. Als ersten Gast kündigte er Plot Inc. CEO Andreas Freitag an, der über den "Ausbruch nach Innen. Von der befreienden Kraft der Klarheit" referierte. "Der Schlüssel zum Erfolg", erklärte Freitag, "ist die Kernfrage nach dem ‚Warum‘. Zielsetzungen von außen rufen keine Innovationen hervor. Veränderung braucht Gleichgesinnte, die in einer Gemeinschaft einen Grund haben, etwas zu tun. Menschen laufen keinen Zielen hinterher." Wichtig sei jedenfalls, dass jede Marke einen klaren Zweck habe und sich bewusst sein müsse, wohin man will, warum man das will und was dies überhaupt bedeutet. 

Disrupt disruptions

Karin Frick, Leiterin für Research und Mitglied der Geschäftsleitung am renommierten Gottlieb Duttweiler Institut skizzierte anschließend, wie stark sich alte Grenzen und tradierte Verhaltensweisen durch die digitale Revolution auflösen. "Die Welt bricht auf, bricht auseinander", so ihre Feststellung – dies bringt jede Menge Chancen, aber auch zahlreiche Herausforderungen mit sich, denn den Menschen fällt es zunehmend schwer, mit den tagtäglich aufkommenden Innovationen Schritt zu halten. Ein Spannungsfeld, mit dem es sich auseinanderzusetzen gilt. Ihre abschließende Prognose: "Die nächste große Disruption, mit der wir rechnen dürfen, ist wohl ‚disrupt disruptions‘."

'Mehr wir, weniger ich'

Nach der verdienten Kaffeepause schloss das Symposium mit einem Gespräch zwischen Irina Nalis (Strategie Austria), Zukunftsforscher Peter Spiegel und intrinsify.me Gründer Mark Poppenborg. "Das Überleben von Unternehmen hängt immer mehr davon ab, wie sehr sie mit sozialen Problemen umgehen", so Zukunftsforscher Peter Spiegel. "Wir brauchen nicht mehr Wissen, wir brauchen mehr soziale Innovationen, mehr wir und weniger ich – also WeQ statt IQ." Poppenborg erläuterte: "Führung muss neu verstanden werden. Nicht die Menschen müssen sich optimieren, sondern das Betriebssystem der Unternehmen muss neu definiert werden. Unser Arbeitsalltag enthält viel zu viele Aufgaben, die wir alle als sinnlos empfinden." Laut ihm haben 86 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland eine sehr geringe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber – "hier läuft offensichtlich etwas schief", so Poppenborg abschließend.

Einen ausführlichen Bericht zum fünften Symposium der Strategie Austria sowie ein Interview mit Keynote-Speakerin Karin Frick lesen Sie demnächst im HORIZONT.
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