Provider klagen gegen Telekom Austria
 

Provider klagen gegen Telekom Austria

Die Providervereinigung Ispa reagiert auf Ignoranz der Telekom mit gerichtlichen Beschwerden. Der Grund: die Telekom gibt ihr 599-Schilling-Pauschalangebot für uneingeschränktes Surfen bisher nur an A-Online-Kunden weiter.

Begonnen hat alles am 15.11.1999: Da brachte die Telekom ein interessantes und günstiges Angebot für den Endconsumer im Internet auf den Markt. Dieser neue Pauschaltarif von 599 Schilling inkludiert die Basisgebühr und uneingeschränktes Surfen. Wie Insider vermuten, eine totale Kampfansage an die Kabelbetreiber. Dr. Kurt Enzinger, Generalsekretär der Ispa (Internet Service Providers Austria, www.ispa.at ): "Wir fanden es gut, dass die Telekom mit diesem Angebot hinausgegangen ist, weil wir der Meinung sind, dass der Internet-Zugang günstig sein soll." Aber bisher stellt die Telekom dieses Angebot nur den Kunden ihres eigenen Providers A-Online zur Verfügung.


Enzinger: "Wir haben sofort vorgeschlagen, dieses Angebot allen Providern zu denselben kommerziellen Bedingungen zur Verfügung zu stellen." Die Ispa nahm Verhandlungen auf. Es gab erste Gespräche. Sonst ist von Seiten der Telekom nichts passiert.

Enzinger: "Der Eindruck bleibt, dass die Telekom Austria ihre marktbeherrschende Stellung schamlos ausnützt."
Nachdem Juristen diesen Zustand kartell- und kommunikationsgesetzmäßig geprüft hatten, beschloss die Ispa, die Telekom Austria zu verklagen. Und zwar gleich auf mehreren Ebenen. Beim Handelsgericht wegen unlauteren Wettbewerbes, beim Kartellgericht, bei der Telekom Control wurde Parteistellung beantragt und eine Beschwerde bei der EU-Komission, Generaldirektion Wettbewerb, eingebracht.
Pikanterie am Rande: Die Telekom ist ebenfalls Mitglied bei der Ispa.

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