Peterest: OÖ-Start-up klont Pinterest
 

Peterest: OÖ-Start-up klont Pinterest

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Auf einer neuen Webseite können Tierliebhaber Fotos von ihren Haustieren veröffentlichen - Design und Funktionalität erinnert stark an den US-Dienst Pinterest

Es sind nicht nur die Samwer-Brüder in Berlin, die sich von erfolgreichen US-Web-Diensten inspirieren lassen, auch in Pasching blickt man offenbar gerne über den großen Teich: Das dort ansässige Start-up Tractive, dass sich auf Ortungsgeräte für Haustiere spezialisiert hat, hat am Bilder-Dienst Pinterest Gefallen gefunden. Die neue Webseite Peterest ist nicht nur in der Namensgebung an das US-Vorbild angelehnt, sondern auch im Design. Der Unterschied zu Pinterest, wo Fotos aller Art (vorzugsweise aus den Bereichen Mode, Essen und Wohnen) geteilt werden: Man fokussiert ausschließlich auf Bilder von Haustieren.

"Unterscheiden uns doch ein bisschen"


“Es sollte kein Pinterest-Klon sein, auch wenn der Name das leicht vermuten lässt, sondern vielmehr eine einfache App beziehungsweise Webseite zum Durchstöbern von Tierbildern”, sagt Tractive-Gründer Michael Hurnaus zum HORIZONT. “Es gibt keine guten Apps, die dies für Tierbilder anbieten, aber viele Leute, die so etwas gern hätten. Es mag sein, dass einige Features ähnlich sind wie bei Pinterest, aber in Wirklichkeit unterscheiden wir uns doch ein bisschen.”

Seinen Markt hat Peterrest offenbar gefunden: Die Webseite ist erst zweieinhalb Wochen alt und bietet bereits mehr als 30.000 Haustierfotos. Hurnaus bezeichnet Peterest aktuell als “nachhaltiges Side-Projekt”. “Wir hatten schon eine Bildergalerie in der Tractive-Haustier-Manager-App. Viele Leute verbrachten sehr viel Zeit in diesem Bereich der App, teilweise Stunden!. Deshalb haben wir es in eine eigene App ausgegliedert, die sich nur auf Image Sharing konzentriert.”

Mittel zum Cross-Selling


Hauptgeschäft bei Tractive soll der Verkauf von GPS-Geräten für die lieben Vierbeiner bleiben. “Geschäftsmodell ist, eine Userbasis von Smartphone-Besitzern, die Haustiere lieben, aufzubauen, vorsichtig Cross-Selling der Tractive-Apps zu machen, und sicher dort und da auch auf die Tractive-Hardware aufmerksam machen”, sagt Hurnaus. “Momentan geht`s aber nur darum, Userbasis zu schaffen. Der Rest ergibt sich dann von selbst.”

Angst vor einer Klage seitens Pinterest hat man in Pasching nicht. “Nein, wir glauben, hier keine Rechte Dritter damit zu verletzen. Die Punkte, die ähnlich zu Pinterest sind, sind nicht neu, sondern existieren schon lange”, sagt Hurnaus in Bezug etwa auf Funktionen wie “Endless scrolling” oder “Likes”. “Zudem ist Peterest zurzeit keine kommerzielle Seite, sondern rein eine Seite von Tierliebhabern für Tierliebhaber.”

Pinterest-Design macht Schule

Das mehrspaltige, sehr Bild-lastige von Pinterest wurde in der jüngeren Vergangenheit immer wieder kopiert. Das neue Layout von Google+ etwa erinnert frappant an das Spalten-Design von Pintest, und auch das Wiener Start-up Finderly hat beim Design ihrer Flohmarkt-App Shpock offenbar Gefallen am Pinterest-Look gefunden. Beim Musik-Streaming-Dienst Spotify gibt es ebenfalls ein neues Design, das dem Nutzer im Pinterest-Stil neue Musik empfiehlt.
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