ORF-YouTube: Knackpunkte wohl Vermarktung und...
 

ORF-YouTube: Knackpunkte wohl Vermarktung und Abrufdauer

Thomas Ramstorfer
"ORF-Zentrum Wien", Im Bild: Aufenthaltsbereich vor dem Stiftungsrats-Sitzungssaal. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich im Zusammenhang mit oben genannter Sendung oder Veranstaltung des ORF bei Urhebernennung. Foto: ORF/Thomas Ramstorfer. Anderweitige Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion. Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606
"ORF-Zentrum Wien", Im Bild: Aufenthaltsbereich vor dem Stiftungsrats-Sitzungssaal. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich im Zusammenhang mit oben genannter Sendung oder Veranstaltung des ORF bei Urhebernennung. Foto: ORF/Thomas Ramstorfer. Anderweitige Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion. Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606

Das Verfahren bei der Medienbehörde für den geplanten ORF-Channel wird spannend. Die Vermarktung der Inhalte durch YouTube sowie die Bereitstellung von zusätzlichem Content könnte problematisch sein.

Der Plan, Inhalte länger als sieben Tage online zu stellen, lässt neben der Vermarktung durch YouTube und zusätzlichem Content ebenfalls aufhorchen. Allerdings gibt es eine Art frühere Präzedenz-Entscheidung durch die Behörde. Die Vermarktung, also "kommerzielle Verwertung" und der neue Charakter des Angebots werden im aktuellen Konzept des ORF als Grund angeführt, warum man überhaupt eine sogenannte Auftragsvorprüfung durchführt (also das Konzept veröffentlicht und Stellungnahmen sammelt, um dann einen Antrag bei der Medienbehörde zu stellen).

Denn das bestehende Angebot werde auch insofern geändert, als "Sendungen, die nicht in einem Fernsehprogramm ausgestrahlt wurden", online gestellt werden sollen. Bei solch wesentlichen Veränderungen sei eine Auftragsvorprüfung durchzuführen, zitiert der ORF aus den Erläuterungen zum ORF-Gesetz.

Was das Ansinnen betrifft, die Inhalte länger als sieben Tage online zur Verfügung zu stellen, verweist der ORF auf APA-Anfrage auf das anstehende Verfahren, dies sei im Entscheidungsbereich der Medienbehörde. Im ORF-Gesetz (Paragraf 4a) ist ja geregelt, dass der Online-"Abrufdienst" (gemeinhin die TVthek, aber auch andere ORF-Dienste) Sendungen "für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen nach Ausstrahlung" zur Verfügung stellen darf.

Keine Spiegelung der Tvthek

Das ORF-Angebotskonzept allerdings verweist darauf, dass man mit dem YouTube-Channel nicht die TVthek "spiegeln" will - das Material soll dort erst nach Ablauf der sieben Tage online gehen. Will der ORF dann etwa mit seinem YouTube-Konzept gegen das ORF-Gesetz verstoßen? Natürlich nicht, heißt es dazu am Küniglberg. Er bezieht sich auch auf Angebotskonzept für Soziale Medien aus dem Jahr 2015, das die KommAustria genehmigt hat.

Ein zentraler Begriff darin ist die "typische Nutzung" - also typisch für das jeweilige Netzwerk bzw. die Plattform: "Die Inhalte des ORF-Angebots in Sozialen Medien werden entsprechend der typischen Nutzung bereitgestellt, was auch die dauerhafte Bereitstellung umfasst (z.B. Postings auf Facebook-Seiten oder Tweets auf Twitter), zumal mangels archivarischer Strukturierung auch keine atypische Nutzung von alten Einträgen erfolgt", hieß es in diesem Konzept, das die Medienbehörde wie gesagt akzeptierte.

Bei der KommAustria will man all diese Punkte vorerst nicht kommentieren - schließlich gebe es ja noch gar kein Verfahren, hieß es am Dienstag auf APA-Anfrage. Seinen Antrag an die Behörde kann der ORF nach Ablauf der Stellungnahmefrist am 31. März stellen.
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