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ORF-Publikumsrat: Diese Themen standen zur Debatte

ZiB2-Anchor Armin Wolf, die Kosten für das Bauprojekt ORF-Zentrum und die Digitalisierungsstrategie des ORF standen im Fokus der Plenarsitzung.

Im Rahmen der Plenarsitzung des ORF-Publikumsrats am Dienstag unter dem Vorsitz von Ilse Brandner-Radinger warnte Generaldirektor Alexander Wrabetz davor, "ein Volksbegehren gegen die Unabhängigkeit des ORF zu starten". Diesbezügliche Überlegungen stellte in den letzten Wochen unter anderem die ÖVP an.

Zudem verteidigte Wrabetz ZiB2-Anchor Armin Wolf gegen die Vorwürfe des Medienpsychologen und stellvertretenden Publikumsratsvorsitzenden Peter Vitouch. Dieser hatte Wolf zuvor unter anderem "destruktiven Journalismus" vorgeworfen und als "brutalen Mimosen" bezeichnet. "Armin Wolf betreibt keinen destruktiven Journalismus und ich würde ihn auch nicht als brutalen Mimosen bezeichnen", so Wrabetz. Vitouch entgegnete, dass er "schon ein bisschen erstaunt" sei, "mit welcher Intensität und Massivität" auf Kritik reagiert wurde. Ihm zufolge sei es zwar "legitim, bestimmten Arten des kritischen Journalismus kritisch gegenüber zu stehen", ohne diesen aber grundsätzlich infrage zu stellen.

Bauprojekt: "Wir verblasen hier kein Geld"

Was das Bauprojekt ORF-Zentrum betrifft, sehen mehrere Publikumsräte Klärungsbedarf. Andreas Kratschmar etwa brachte in der Sitzung die Frage ein, ob der neue "Luxus-Sitzungssal" für ORF-Gremien tatsächlich 850.000 Euro kosten wird und ob 500.000 Euro für eine neue Raucher-Terasse nicht etwas zu teuer sind. "Murks am Bau sehe ich gerne im Fernsehen, aber nicht am Küniglberg", so Kratschmar. In seiner Antwort äußerte sich Wrabetz nicht zu diesen Summen, sagte aber: "Wir verblasen hier kein Geld."

Darüber hinaus räumte der Generaldirektor ein, dass die Kosten für den Bauteil 1 als "zu niedrig geschätzt" wurden - statt 53 Millionen Euro belaufen sich die Kosten auf rund 60 Millionen Euro. Bei den übrigen Objekten sei nicht geplant, dass Mehrkosten in diesem Umfang entstehen. "Das ist kein Fass ohne Boden", so Wrabetz. Dass es am Konzept für einen multimedialen Newsroom zu Veränderungen gekommen ist, erklärte Wrabetz mit Verzögerungen im Bauverfahren für den Neubau.

Sendungen länger als sieben Tage auf Abruf

ORF-Sendungen sollen künftig länger als sieben Tage nach Ausstrahlung online zum Abruf in der TVthek bereit gestellt werden. Dafür hat sich der Publikumsrat einstimmig in einer Resolution ausgesprochen. Begründung des Publikumsrats: "Die sich durch die Digitalisierung verändernden Medien- und Kommunikationslandschaft und der stark wachsenden Bedeutung von Streaming-Diensten". Der Publikumsrat sprach sich auch für die Etablierung eines ORF-Kinderprogramm-Archivs in der TVthek aus.

Schwerpunktthema: Digitalisierung

Schwerpunktthema der Plenarsitzung die "Digitalisierungsstrategie des ORF". Zu diesem Thema berichteten Generaldirektor Alexander Wrabetz und der Technische Direktor Michael Götzhaber den Publikumsräten. Kernthema war, wie die Technische Direktion die Digitalisierungsstrategie vollzieht. Die Strategie lässt sich in drei Schlagworte zusammenfassen: Multimedialität, Digitalisierung, Kostenoptimierung.
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