ORF bringt App zum Wahlkampf
 

ORF bringt App zum Wahlkampf

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UPDATE: "Second Screen" ergänzend zur TV-, Radio und Online-Berichterstattung - ORF-Redakteure bloggen über Wahlkampf - ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz fürchtet keine Beschwerde der KommAustria

Der ORF will sein Publikum weiter mit Smartphone-Anwendungen versorgen und stellt deswegen heute, Dienstag, die kostenlose App "Wahl 13" (für iOS und Android) vor. Der HORIZONT konnte bereits am Montag in Erfahrung bringen, wie die App im Detail funktionieren wird. Sie wird neben ausgewählten Videos und Audiomitschnitten aus den TV- und Hörfunk-Sendungen auch interaktive Grafiken sowie einen Wahl-Blog enthalten. Für den Blog werden unter anderem Armin Wolf, Stefan Kappacher, Julia Ortner, Hans Burger, Ingrid Turnher und Hanno Settele schreiben. Betreut wird die App aus einem trimedialen Newsroom as TV-, Radio- und Online-Journalisten.

Am Wahltag, dem 29.September, werden die Apps dann quasi "live" mit entsprechenden Informationen zum Wahlausgang gefüttert - etwa mit Hochrechnungen, Ergebnissen von Bundes- als auch Gemeindeebene oder Wählerstromanalysen. Parallel zu den mobilen Apps wird es die Informationen gesammelt unter der Web-Adresse http://news.ORF.at/wahl13 zu finden geben. Damit sind die Inhalte auch all jenen zugänglich, die sich keine der Apps installieren können. Wahlergebnisse am Second Screen

Die "Wahl 13"-App wurde in Anlehnung an die "Ski-WM Schladming"-App konzipiert, die Anfang des Jahres für mehr als 200.000 Downloads sorgte und in Folge drei Millionen Visits und etwa 23 Millionen Seitenaufrufe verzeichnete. Einen ähnlichen Erfolg erwartet sich der ORF nun auch mit der Wahl-App. Besonders gut sollen die interaktiven Grafiken in den Apps funktionieren, bei denen man etwa Wahlbeteiligung oder Wahlergebnisse für einzelne Parteien anschauen kann.

Wie auch die Schladming-App ist die Wahl-App als Zusatzangebot im Sinne des "Second Screen" gedacht: Der Nutzer soll sich auf der Couch beziehungsweise beim Radiohören während den Informationssendungen zusätzliche Daten auf Smartphone oder Tablet holen können. Der ORF arbeitet außerdem an einem "Social Program Guide" für mobile Geräte - die Wahl-App wird insofern nicht die letzte Smartphone-Anwendung vom Küniglberg sein.

Rechtliche Probleme

Die Wahl-App könnte aber nicht nur Zuspruch, sondern auch Probleme nach sich ziehen. So hat die Medienbehörde KommAustria die Schladming-App Mitte August als Gesetzesverletzung befunden, weil dem ORF eigens für mobile Endgeräte entwickelte Angebote verboten sind. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) beanstandete im Vorfeld, dass der ORF für die Anwendung Inhalte verschiedener Internet-Angebote zusammengefasst hatte, was auch die Wahl-App macht. Die Live-Streams, die den VÖZ ebenfalls störten, beurteilte die KommAustria allerdings als sendungsbegleitend zulässig. Der ORF hat sich in dem Fall an den Bundeskommunikationssenat gewandt. Offizieller Partner der Ski-WM war VÖZ-Mitglied "Kleine Zeitung", die mit einer eigenen App den Event vermarktet hat.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz meinte bei der Vorstellung der Wahl-App, dass man anders als bei der Schladming-App keine KommAustria-Beschwerde erwarte. „Das was wir hier präsentieren, ist das, was die blaue Seite bietet und in die App übertragen wird“, sagte Wrabetz. „Jeglicher Content ist Bestandteil des normalen ORF-Angebots“, es würden keine Extra-Inhalte für die App erstelltwerden. Die Blog-Einträge wären auch normal online und nicht ausschließlich in der App zu finden. „Das müsste aus Sicht der KommAustria ausreichend sein.“

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