ÖWA Plus: Machtfaktor Facebook
 

ÖWA Plus: Machtfaktor Facebook

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Kommentar von Jakob Steinschaden

Die Verschiebungen in der aktuellen Österreichischen Web Analyse (ÖWA Plus) einfach nur dem anhaltenden Smartphone-Boom in die Schuhe zu schieben, greift zu kurz. Denn man muss sich auch fragen: Was sehen all diese Menschen, die auf ihre Displays starren? Hier kommt Facebook ins Spiel. Wenn krone.at das bisher größte News-Einzelangebot derstandard.at überholt, wenn die styria digital one im Mobile-Bereich das dort bis dato größte Dachangebot orf.at-Network überholt, dann ist in erster Linie das Social Network dafür zuständig. Immer mehr österreichische Smartphone-Nutzer verwenden Facebook oder seine Tochterfirma WhatsApp dazu, um Nachrichten zu bekommen und Links anzuklicken.


Doch die Facebook-Klicks haben ihren Preis: Wer Reichweite in dem Social Network will, der zahlt dafür. Auch in Österreich geben Verlage schon ordentliche Mengen Geld aus, um ihre Links möglichst vielen Usern im Newsfeed zu zeigen – eine große Fangemeinde reicht schon lange nicht mehr. Damit steigt die Abhängigkeit, denn: Würde man aufhören, die eigenen Artikel mit Facebook-Werbung zu promoten, die Reichweite würde schnell sinken. Bald werden Medienhäuser erkennen: Das Netzwerk, das sich mit immer neuen Funktionen als Freund der Verlage positioniert, saugt nicht nur Content in sich auf, sondern auch immer größere heimische Werbebudgets.
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