Neue Stiftungsprofessur für ‚Data Intelligenc...
 

Neue Stiftungsprofessur für ‚Data Intelligence

APA -Fotoservice/Richard Tanzer
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Immer größere Datenmassen brauchen immer intelligentere Datenverarbeitung. Genau das soll der renommierte Wissenschaftler Allan Hanbury mit einer neuen Stiftungsprofessur für ‚Data Intelligence‘ an der TU Wien erreichen. HORIZONT sagt er, wie.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 4/2018 erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Wie drängend das Problem der Nutzung von jetzt schon unüberschaubaren Datenmengen für die Wirtschaft ist, zeigt allein schon der Hintergrund der neuen Professur für „Data Intelligence“ an der Technischen Universität (TU) Wien: Diese wurde vor allem von der Deutschen Telekom und deren Tochter T-Mobile Austria in Kooperation mit der TU Berlin für die Dauer von fünf Jahren finanziert. Die Professur hat nun Allan Hanbury inne. Der 43-Jährige hat es sich zum Ziel gesetzt, die Forschung „näher an praktische Anwendungen“ zu bringen.

Gelingen soll das in drei Stufen, wie er gegenüber dem HORIZONT erläuterte: Es gehe „um effiziente Sammlung von Lerndaten von Experten, unterstützende Integration von Lösungen in bestehenden Abläufen und die objektive Evaluierung der Effektivität und Effizienz von Lösungen für konkrete Anwendungen“. Gerade Österreich sei dafür ein geeignetes Feld, habe es doch „schon viele Initiativen für die Wiederverwendung von Daten gesetzt. Open Data wird von einer sehr aktiven Community unterstützt.“ Im Hinblick auf den Handel mit nicht-offenen Daten war Hanbury selbst schon bisher maßgeblich am Projekt „Data Market Austria“ beteiligt, dass die Monetarisierung von Informationen in Österreich auf neue Füße stellen will.

Aus Daten sollen Lösungen werden

TU-Rektorin Sabine Seidler befürwortet die Verknüpfung von akademischen Strukturen mit wirtschaftlichen Interessen explizit. Das sei „in strategisch wichtigen Forschungsgebieten ganz klar die optimale Ergänzung“ und unterstütze die „Internationalisierungsbestrebungen“ der TU. Data Intelligence hält sie für eine der technischen Kernkompetenzen der Zukunft: „Daten zu verknüpfen und daraus letztendlich Lösungsvorschläge zum Beispiel für Unternehmen zu erarbeiten, Geschäftsprozesse zu verbessern und für Kunden bessere Angebote stellen zu können, darum geht es eigentlich in diesem Fach. Ich glaube, dass das eines der Gebiete der Zukunft ist. Wir reden sehr viel über digitale Transformation, wohl wissend, dass wir diesen ganzen Prozess gar nicht so richtig verstehen im Moment.“ Unbestritten ist, dass „Data Intelligence“ als Know-how der Auswertung und Aufbereitung von Daten immer essenzieller wird, um Entscheidungsprozesse – von Unternehmensprozessen über Investitionsanfragen bis zu Entwicklungsprognosen – lenken zu können.

Datenschutzbedenken angesichts immer dichterer Informationsstrukturen sieht auch Hanbury als gerechtfertigt an: Angesichts einer Entwicklung, bei der immer öfter Daten ausschließlich von Maschinen ausgetauscht werden – Stichwort „Internet of Things“ – seien alle Beteiligten in der Pflicht: „Datenschutz-Überlegungen sollen von Entwicklern, aber auch von Endnutzern, gemacht werden. Auch zum Beispiel Sensoren in Wohnungen können Daten weitergeben“, nennt Hanbury ein bereits aktuelles Beispiel, das von Nutzern oft ausgeblendet wird. Überhaupt dürfe man nicht vergessen: „Es soll immer klar sein, wozu Daten bekannt gegeben werden und welche Vorteile durch diese Bekanntgabe zu bekommen sind.“

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