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Nächste Runde

Musk will mit Twitter noch mal über den Kaufpreis reden

APA/dpa-Zentralbild/POOL
Wie ernst kann man Musk noch nehmen?
Wie ernst kann man Musk noch nehmen?

Elon Musk feilscht um die Übernahmekosten für Twitter.

"Man kann nicht den gleichen Preis für etwas zahlen, dass viel schlechter ist als behauptet", sagte der Tesla-Chef auf einer Konferenz in Miami mit Blick auf die mutmaßlich höhere Zahl von Twitter-Konten, hinter denen keine realen Menschen stehen. Am Dienstag erklärte Musk, der 44 Milliarden Dollar (rund 42 Milliarden Euro) schwere Deal werde so lange nicht voranschreiten, bis Twitter-Chef Parag Agrawal öffentlich nachweise, dass weniger als fünf Prozent der Nutzerkonten Spam- und Falschkonten sind. Erst am Freitag hat der Multimilliardär die Akquisition auf Eis gelegt und dies mit fehlenden Informationen zur Zahl der Spam- und Falschkonten begründet.

Dem Kurznachrichtendienst zufolge liegt die Zahl unter fünf Prozent, während Musk von mindestens einem Fünftel der Nutzer:innen ausgeht. Als Musk auf der All-In-Konferenz gefragt wurde, ob der Deal zu einem anderen Preis durchgehen würde, sagte er: "Das ist nicht ausgeschlossen." Zugleich erklärte der 50-Jährige, je mehr Fragen er bei Twitter stelle, desto größer würden seine Bedenken. Wie sei es möglich, dass Werbetreibende überhaupt wüssten, was sie genau für ihr Geld bekämen. "Das ist fundamental für die finanzielle Gesundheit von Twitter." Der US-Konzern hat seine Angaben zu den Spam- und Falschkonten seit 2013 nicht geändert. Twitter-Chef Parag Agrawal twitterte nun, die Zahl "liege weit unter fünf Prozent" der 229 Millionen Nutzer:innen. 
 

Weiters twitterte Agrawal, dass die externe Auswertung der Spam- und Falschkonten nicht möglich sei, nachdem Musk verkündete, diese selbst zählen zu wollen. Als Antwort bekam der Twitter-Chef ein recht aussagekräftiges Emoji. Im Moment müssen Twitter-Nutzer:innen bei der Anmeldung nicht ihre wirklichen Identitäten offenlegen. Die Twitter-Aktie setzte zum Wochenstart ihre am Freitag eingesetzte Talfahrt fort.

Twitter hatte Ende April der Übernahme durch Musk und damit seinem "besten und letzten Angebot" zugestimmt. Musk will das 16 Jahre alte Unternehmen von der Börse nehmen. Insidern zufolge hat dieser bei den Finanzierungsgesprächen mit Banken bereits erklärt, er wolle neue Wege finden, um mit Tweets Geld zu verdienen und die Managergehälter zu kürzen. Zugleich erklärte Musk, er wolle Twitter zu einem Hort der Meinungsfreiheit machen und auch den verbannten früheren US-Präsidenten Donald Trump wieder auf die Plattform lassen. Sollte Musk bei der Twitter-Übernahme letztlich doch eine Kehrtwende vollziehen, muss er eine Strafgebühr in Höhe von einer Milliarde Dollar zahlen. Der US-Amerikaner kommt laut Forbes auf ein Vermögen von 265 Milliarden Dollar und gilt damit als reichster Mann der Welt.

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