Nach Boykott: Facebook-Ads für Marken weniger...
 
Nach Boykott

Facebook-Ads für Marken weniger relevant als angenommen

Aleksei/adobe.stock.com

Eine Studie von Forrester Research zeigt, dass Facebook-Werbung für Marken weniger entscheidend sein könnten als angenommen. Die Ergebnisse basieren auf den Umsatzzahlen einiger Unternehmen nach dem Werbeboykott im Sommer 2020.

Um Facebook zu einem härteren Vorgehen gegen Hass und Hetze auf der Plattform zu zwingen, zogen Unternehmen weltweit ihre Werbeschaltungen im Juli 2020 zeitweise zurück. Wie sehr der Boykott den Unternehmen selbst geschadet hat, hat nun das Marktforschungsunternehmen Forrester Research in einer Studie erhoben, indem es die Umsatzzahlen aus dem dritten und dem zweiten Quartal verglich. Bei lediglich sieben von 43 erhobenen Konzernen sind die Einnahmen tatsächlich zurückgegangen. Woraus das Forscherteam schließt: Facebook-Werbung sei doch nicht so entscheidend für den Verkaufserfolg wie vielleicht angenommen.

Genaue Zahlen seien allerdings schwer auszumachen, da auch die Wirtschaftskrise durch die Corona-Pandemie mitzudenken sei. Und nur wirklich wenige Unternehmen seien "mutig genug" gewesen, Facebook- und Google-Ads komplett und langfristig abzudrehen, weswegen sie auch selbst nicht sagen beziehungsweise wissen könnten, welche Rolle die Werbeschaltungen tatsächlich für ihr Geschäft spielen, erklärt Forrester-Vizepräsidentin Sucharita Kodali. Aber da keine enormen negativen Trends in den Umsätzen beobachtbar gewesen seien, ginge sie allgemein savon aus, dass Facebook-Ads nur einen limitierten Einfluss auf eine Kaufentscheidung hätten. Auch Facebook selbst sollte der Boykott nicht wirklich geschmerzt haben: Im Juli, zum Höhepunkt der Aktion, stiegen die Werbeumsätze um rund zehn Prozent an, heißt es im Quartalsbericht. 2019 verzeichnete Facebook einen Jahresumsatz von etwa 70 Milliarden US-Dollar. 
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