Mobile World Congress heute gestartet
 

Mobile World Congress heute gestartet

Mobilfunkbranche trifft sich in Barcelona: Apps, mobiles Bezahlen, AR und schnellere Netze als Themen.

Der Mobile World Congress versammelt alles was in der Mobilfunk Rang und Namen hat von 14. bis zum 17. Februar in Barcelona. Auch Konzernchefs wie Steve Ballmer (Microsoft), Eric Schmidt (noch Google) oder Paul Otellini (Intel) werden erwartet. Der Konzern, der die Mobilfunkbranche aber in den letzten Jahren wohl am stärksten beeinflusst hat, fehlt: Apple nimmt an Veranstaltungen dieser Art traditionell nicht teil. Dennoch gibt's auch ohne Steve Jobs so einiges zu besprechen:

- Apps: Marktforschern zufolge ist weltweit bereits jedes fünfte Handy ein Smartphone. Diese Geräte sind keine Telefone mehr, sondern kleine Computer. Deren Funktionen werden durch Miniprogramme - genannt Apps - erheblich aufgewertet. Spiele, Navigationspgrogramme und auch Medien-Apps haben sich zu einem Milliardengeschäft entwickelt, das noch dazu ein weiteres rasantes Wachstum verspricht.

- Bezahlen am Handy: In Österreich ist das Bezahlen am Handy bereits sehr beliebt - man denke nur an die Parkschein-App. Eine Technologie, die es schon länger existiert: Bereist 2007 brachte A1 gemeinsam mit der ÖBB und Nokia die weltweit ersten Services, die Near Field Communication (NFC) nutzten, auf den Markt. Etwa den Kauf von ÖBB-Tickets (siehe auch diesen Werbefilm). Mangels entsprechender Endgeräte, die mit NFC auch umgehen können, hat sich die Technologie aber bis heute nicht durchgesetzt. Das soll sich offenbar nun ändern. 

- Ortsbezogene Dienste: Location Based Services werden bereits heute stark genutzt - auch werblich: Geschäfte, Frisöre oder Restaurants offierieren Schnäppchen oder Rabatte und informieren Handyuser, die sich in der Nähe befinden und diese Angebote aktiv abrufen. Mithilfe von Diensten wie Facebook Places, Google Latitude oder auch Foursquare können die User von Social Networks auch sehen, wo sich ihre Freunde befinden. Die Social Networks erhalten dadurch eine völlig neue Dimension.

- Augmented Reality (AR): Diese Technik erlaubt es, dass Smartphone-User auf ihren Displays eine "angereicherte Realität" sehen: Etwa Informationen zur Geschichte eines Bauwerkes oder eben auch spezielle Angebote, die ein Restaurant oder ein Geschäft gerade offeriert. Gerade Österreich ist bei dieser Technologie weltweit führend: Man denke nur an die Salzburger Firma Mobilizy, die den AR-Browser Wikitude entwickelt und zuletzt mit dem ersten AR-Navigationsgerät für Aufsehen gesorgt hat.

- Schnellere Mobilfunknetze: Der Smartphone-Boom stellt die Mobilfunknetze vor enormen Herausforderungen, denn die User der kleinen Minicomputer sorgen für einen stark steigenden Datentraffik. Die Handynetzbetreiber werden ihre Netze in den kommenden Jahren dafür fit machen müssen - und setzen dabei auf das schnellere Daten-Format LTE (Long Term Evolution). In Österreich kann man diesen Standard in einigen Städten bereits heute nutzen.

Zum "Mobile World Congress" werden etwa 50.000 Besucher erwartet. Es handelt sich bei dem Event um eine reine Fachveranstaltung, die von Brancheninsidern und Journalisten frequentiert wird. Heuer dürfte die Stimmung in Barcelona wieder ein wenig besser sein als im Vorjahr. Damals musste die Branche gerade den erstmaligen Rückgang der Handyverkäufe verdauen. Der Pessimismus war allerdings nicht berechtigt: 2010 stieg der weltweite Handy-Absatz gegenüber 2009 um knapp ein Drittel (!) auf 1,6 Milliarden Geräte. Laut International Telecommunications Union (ITU) gibt es weltweit derzeit 5,3 Milliarden Handyverträge.

Laufende Infos zum "Mobile World Congress" gibt's bei twitter unter @MobileWorldLive, der primäre Hashtag lautet #MWC11.
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