Mobile Payment: EMSPA will den "Löwenanteil" ...
 

Mobile Payment: EMSPA will den "Löwenanteil" des europäischen Marktes

Blue Code International AG/Tanzer
Christian Pirkner hat mit Bluecode & EMPSA ambitionierte Pläne in Europa.
Christian Pirkner hat mit Bluecode & EMPSA ambitionierte Pläne in Europa.

Europas führende mobile Zahlungssysteme Bluecode (Österreich, Deutschland), Twint (Schweiz), Swish (Schweden), Vipps (Norwegen), MobilePay (Finnland, Dänemark), Bancontact Payconiq (Belgien) und Sibs/MB Way (Portugal) haben sich zur European Mobile Payment Systems Association (EMPSA) mit Sitz in Zürich vereinigt.

Durch diese europäische Initiative soll die Akzeptanz von Mobile Payment in Europa deutlich erhöht werden (HORIZONT berichtete).

Im Gespräch mit HORIZONT spricht Christian Pirkner, CEO der Blue Code International AG, über den Hintergrund dieser Kooperation, welche Ziele damit verfolgt werden und ob Europa auch als Innovationsführer in diesem Bereich gesehen werden kann.

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HORIZONT: Mobile-Payment hat in Europa in den vergangenen Jahren in Relation zu den internationalen Anbietern eher ein Schattendasein gefristet. Mit der neuen Allianz soll sich das jetzt ändern. Welches Potenzial sehen Sie in Europa in diesem Bereich? 

Christian Pirkner: „In den letzten Jahren haben sich einzelne Lösungen auf Länder-Ebene gut entwickelt, darunter die Angebote der sieben EMPSA-Gründungsmitglieder. Nun geht es darum, diese Lösungen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, um für Kunden einen noch größeren Mehrwert zu schaffen. Dazu wurde EMPSA gegründet. Das Ziel ist es, einen europäischen Standard zu etablieren, mit dem europaweit einheitlich bezahlt werden kann. Laut aktueller PwC-Studie ‚Mobile Payment Report 2019‘ verwenden rund die Hälfte der unter 30-jährigen ÖsterreicherInnen bereits eines der derzeit verfügbaren Mobile-Payment-Systeme. Zudem gaben 64 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen an, mobiles Bezahlen via Smartphone oder Tablet in den nächsten fünf Jahren nutzen zu wollen. Die Umfragewerte zeigen, dass das Thema Mobile Payment weiter in den Alltag von Endkunden einziehen und in absehbarer Zeit nicht mehr wegzudenken sein wird.“

HORIZONT: Wie sieht der Markt in Europa in Punkto Marktanteile derzeit aus und welche Marktanteile sollen durch die Kooperation in den kommenden Jahren erreicht werden?

Pirkner: „Aktuell handelt es sich noch um einen sehr jungen Markt, der wächst. Dementsprechend sind die Märkte nicht aufgeteilt, weder in einzelnen Ländern noch in ganz Europa, noch weltweit. EMPSA bildet die Grundlage dafür, dass europäische Lösungen in Zukunft einen Löwenanteil dieses wachsenden Marktes für sich beanspruchen werden können.“

HORIZONT: Mobile Payment ist ein höchst kompetitiver Markt. Kann Europa hier auch eine technologische Führungsrolle im Vergleich zu den großen internationalen Anbietern übernehmen? Wenn ja, welche?

Pirkner: „Europa kann auf jeden Fall zum Innovations- und Technologieführer werden, speziell wenn es darum geht, die Zahlungsindustrie auf komplett neue, unabhängige Schienen zu bringen, bei denen alle Stakeholder – von der Bank bis zum Händler – und schlussendlich insbesondere der Endkunde klare Vorteile genießen. Die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 macht es internationalen Drittanbietern nämlich bald noch leichter, mit der von Banken über Jahrzehnte aufgebauten Infrastruktur Geschäfte zu machen: Europas Banken sind ab dem 14. September 2019 verpflichtet, jeder beim Regulator registrierten Drittpartei gratis 90 Tage Kontoinformationen der Kunden via Schnittstellen auszuhändigen und das Auslösen von Zahlungen direkt vom Girokonto zu ermöglichen – sofern Kunden der Weitergabe zustimmen. Daher brauchen wir europäische Lösungen, die Banken wieder an der Wertschöpfung im Mobile Payment teilhaben lassen und ihre künftigen Erträge sichern. Denn ist die User Journey einmal an Apple, Google, PayPal & Co. verloren, wird die Hausbank der User immer irrelevanter werden. Im Unterschied zu internationalen Payment-Anbietern haben speziell die Themen Datenschutz und Privatsphäre für europäische Lösungen höchste Priorität, damit die vom Barzahlen gewohnte Sicherheit und Anonymität in die digitale Welt übertragen werden können.“

HORIZONT: Welche Länder/Anbieter werden in den kommenden Monaten zu dieser Kooperation noch hinzustoßen?

Pirkner: „Genaue Details dazu können derzeit noch nicht publik gemacht werden, jedoch ist es das Ziel, sämtliche europäische Länder abzudecken und mit den dort führenden Mobile-Payment-Anbietern zu kooperieren.“

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