Microsoft-Verurteilung wegen Monopolmißbrauch
 

Microsoft-Verurteilung wegen Monopolmißbrauch

Harte Zeiten für Bill Gates: Microsoft wurde im Kartellverfahren der US-Regierung schuldig gesprochen. Börse reagiert prompt: 174 Mrd. Schilling Verlust binnen einem Tag.

Man kennt den Witz: Rockefeller trifft Bill Gates im Central Park in New York. Sagt Rockefeller: "Ich mache so gute Geschäfte, ich könnte die ganze Welt kaufen." Meint Bill Gates trocken: "Ich verkaufe nicht!" Allein dieser Witz dokumentiert die uneingeschränkte Marktstellung von Microsoft. Jetzt allerdings ist das weltgrößte Software-Unternehmen ins Trudeln gekommen. In einem Kartellverfahren das die US-Regierung gegen den Giganten angestrebt hatte, wurde Microsoft schuldig gesprochen. Das Gericht entschied, dass der Konzern seine Marktkraft beim Betriebssystem Windows zur Verdrängung von Konkurrenten aus dem Internetgeschäft mißbraucht. Über das Strafmass wird allerdings erst entschieden.
An der Börse büßte Microsoft in nur einem Tag nach dem Gerichtsurteil 174 Milliarden Schilling ein. Bill Gates hat angekündigt, gegen dieses Urteil alle möglichen Schritte einzuleiten.
Mittlerweile ist Microsoft auch aus der Software & Information Industry Association (SIIA) ausgetreten, den größten Softwarehersteller-Verband der USA. Der Grund für diese Entscheidung war die Haltung, die der Verband während des Rechtsstreites zwischen Microsoft und der US-Regierung an den Tag gelegt hat. Zuletzt hatte die SIIA eine Stellungnahme veröffentlicht, die die Haltung der Kläger eindeutig unterstützt: Micosoft besitze eine Monopolstellung auf dem Markt und nutze diese Monopol, um seine Macht weiter auszubauen. In der Vergangenheit war der Verband immer eine grosse Stütze für Microsoft: So gilt die SIIA als einer der wichtigsten Kämpfer gegen die Verbreitung von Raubkopien.

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