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Irlands Datenschützer verlangen Rekordstrafe von WhatsApp

APA/AFP
Facebook-Tochter soll 225 Millionen Euro zahlen
Facebook-Tochter soll 225 Millionen Euro zahlen

Facebook-Tochter muss wegen fehlender Transparenz bei Weitergabe von Daten 225 Millionen Euro zahlen.

Die irischen Datenschützer haben gegen den Messengerdienst WhatsApp eine Rekordstrafe verhängt. Wegen fehlender Transparenz bei der Weitergabe von persönlichen Daten müsse die Facebook-Tochter 225 Millionen Euro zahlen, urteilte die Datenschutzbehörde DPC am Donnerstag, die bisher noch nie eine so hohe Geldbuße verhängt hat. Zugleich erteilte die DPC eine Rüge und verlangte bestimmte Schritte von dem US-Konzern.


WhatsApp bezeichnete die Strafe als "vollkommen unangemessen" und kündigte an, in Berufung zu gehen. Der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems begrüßte die Strafe am Donnerstag in einer Aussendung, relativierte die Höhe aber: "Selbst die 225 Millionen sind immer noch nur 0,08 % des Umsatzes der Facebook-Gruppe. Die DSGVO sieht Geldbußen von bis zu 4 Prozent des Umsatzes vor. Das alles zeigt, dass die irische Datenschutzbehörde immer noch extrem dysfunktional ist."

Ermittlungen 2018 aufgenommen

Weil Facebook seinen Europa-Hauptsitz in Dublin hat, ist die DPC die verantwortliche Behörde für Datenschutzfragen. Die jüngste Strafe geht auf 2018 aufgenommene Ermittlungen im Zusammenhang mit der Weitergabe von Daten zurück. Die Behörde wurde in der Vergangenheit immer wieder von anderen europäischen Aufsichtsbehörden dafür kritisiert, dass ihre Entscheidungen zu lange auf sich warten lassen. Noch im Juli hatte die europäische Aufsicht EDPB interveniert und von der DPC verlangt, die ursprünglich geplante WhatsApp-Strafe zu erhöhen.

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