Mehr Player, mehr Kunden, weniger Budget
 

Mehr Player, mehr Kunden, weniger Budget

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Mit dem Einstieg von Disney Plus und Apple TV+ verschärft sich der Kampf um Streaming-Marktanteile, denn das Medienbudget der Kunden ist begrenzt.

Mit Apple TV+ wird mit 1. November ein weiterer Player den hart umkämpften Streaming-Markt betreten. Auf den ersten Blick bemerkenswert sind dabei sind zwei Themen: Einerseits, dass der neue Streamer zumindest zu Beginn ausschließlich auf Eigenproduktionen („Originals“) setzt. Andererseits steigt Apple TV+ mit einem absoluten Kampfpreis von 4,99 Euro pro Monat in den Ring. Das Probeabo gibt es dafür nicht wie bei anderen Streamern mit einer Länge von einem Monat, sondern nur von sieben Tagen.

Ein Kuchen, mehr Esser

Parallel dazu wird ein weiterer Konkurrent in den kommenden Wochen um Marktanteile kämpfen: Disney Plus wird ab November offiziell zumindest in den USA, Kanada und den Niederlanden (dort läuft bereits eine Beta-Version) starten. Weitere Expansionspläne sind vage kommuniziert worden: Innerhalb von drei Jahren will man in Europa, Lateinamerika und Asien aktiv sein – Beobachter gehen aber davon aus, dass Rest-Europa im Frühjahr 2020 an die Reihe kommt. Auch hier ist der Preis mit 6,99 Dollar zunächst geringer als bei Konkurrenten wie Netflix.

Der Kampf um den StreamingKunden wird so weiter verschärft. Immer mehr Player betreten den Markt – und das, obwohl die Prognosen für den Streaming-Sektor nicht nur positiv sind. So prognostiziert Statista für das Jahr 2023 einen durchschnittlichen Erlös von 20,13 Euro pro Nutzer – derzeit liegt er noch bei 20,56 Euro. Kurz gesagt: Immer mehr Anbieter müssen sich das nicht steigende Budget der Kundschaft teilen.

Schon besser ist der Ausblick auf die Anzahl der künftigen Streamer. 2019 gab es davon laut Statista 1,07 Milliarden. Diese Zahl soll bis 2023 auf 1,24 Milliarden steigen. Insgesamt erwartet man sich dadurch eine Umsatzsteigerung in der Branche von derzeit 21,94 Milliarden auf 24,93 Milliarden Euro bis zum Jahr 2023.

Exklusivität als Trumpf?

Apple setzt daher auch auf volle Exklusivität seiner Inhalte, um sich von der Konkurrenz zu differenzieren. „Apple TV+ ist ein beispielloser globaler Videoservice, der ganz auf Originals setzt“, sagt Jamie Erlicht, Head of Worldwide Video bei Apple. Kunden verspricht man „ein echtes personalisiertes Erlebnis auf allen Bildschirmen, die sie mögen“.

Dabei geht es zu einem Gutteil auch um die Schirme, die Apple selbst mag: Zum Start lockt das Unternehmen Kunden – die nach dem 10. September ein neues iPhone, iPad, Apple-TV-, Mac- oder iPodtouch-Modell gekauft haben – mit einem einjährigen Gratisabo ab 10. September, abrufbar über die vorinstallierte TV-App – zumindest dort, wo der Streaming-Dienst ab 1. November verfügbar ist.

Hinweis Österreichische Medientage: Content ist King – aber wie gestaltet sich in Zeiten der Digitalisierung eine adäquate Distribution, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Darüber diskutieren Josef Aichinger (RTS / R9), Michael Radelsberger (Sky Österreich) und Walter Zinggl (IP Österreich) im Panel „Distribution: Der wahre Hebel der Macht“ unter der Moderation von Michael Weber (ORS). 

26. September 2019, 12:15 Uhr. Stage One,  Erste Campus Wien - Tickets unter www.medientage.at

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