Medienzukunft im Rampenlicht
 

Medienzukunft im Rampenlicht

Verleihung im Rahmen der ÖMT - Inklusive Video mit Infos zum Ablauf und über die Gewinner

Der Medien-Zukunftspreis wurde im Rahmen der heurigen Österreichischen Medientage verliehen. Wie bereits im Vorhinein kommuniziert wurde, haben Dossier.at (Kategorie Medien), Dieter Zirnig, der Gründer von Neuwal.com (Kategorie Menschen) und FastCast (Kategorie Kooperationen) gewonnen.

Gemeinsam mit dem verstorbenen Kommunikationswissenschaftler Hannes Haas hat der Manstein Verlag im vergangenen Jahr das Konzept für diesen Award erstellt und ein sogenanntes Zukunftsforum mit Menschen aus der Branche ins Leben gerufen. Die Mitglieder dieses Forums begleiteten und formten die Initiative über das Jahr hinweg und nominierten auch die acht Jurymitglieder, die letztendlich die Sieger wählten. „Wenn es nach uns geht, sieht kein Zukunftspreis so aus wie im Jahr davor“, erklärte HORIZONT-Herausgeber Sebastian Loudon, der sich über 30 Einreichungen freute. Die Jury habe diese über den Sommer hinweg gesichtet und sei zu einem klaren Ergebnis gekommen.

Membership Modell in Planung

Im Rahmen der Preisverleihung erhielt jeder der drei Gewinner die Möglichkeit, sich und sein Projekt zu präsentieren. Florian Skrabal von Dossier.at sprach im Rahmen der Festivitäten auch Neuigkeiten von Dossier.at an: Ein Membership Modell, das im Herbst 2014 starten wird. „Wir wollen Bonusmaterial, unsere Skripte und Lernmaterialien anbieten und ein Dossier-Forum gründen“, so Skrabal. Werbung werde es weiterhin nicht auf dem Portal geben. Außerdem werde man die Sprache im Herbst von Deutsch auf Englisch umstellen, um ein breiteres Publikum zu erreichen.

Offen für Neues

Dieter Zirnig, der Gründer von Neuwal.com, beschäftigt sich mit neuen Formaten und Ideen. „Es ist nicht unser Ziel zu polarisieren, sondern das bestehende Informationsangebot zu erweitern“, so Zirnig. Zum Portfolio des Portals zählt beispielsweise der „Walmanach“ - eine Wahlentscheidungshilfe zu den Landtagswahlen, der Nationaratswahl und der EU-Wahl. Weiters sammle man seit 2008 jede Wahlumfrage für Österreich und stelle diese datenjournalistisch dar. Ein Highlight waren im Vorjahr die Konfrontationen, die ausschließlich von den Usern via Crowdfunding finanziert worden sind. „Ich glaube, dass man die Medienbranche mit neuen Ideen weiterbringen und weiter erhalten kann. Wir finanzieren uns über Spenden, Förderungen und Crowdfunding und sind offen für einen neuen Diskurs sowie auch eine Zeitungsgründung“, startete Zirnig einen Aufruf.

"Innovation ist ein großes Wagnis"

Harald Hackenberg erklärte das Prinzip von FastCast: „Es geht um das Filtern von Information und darum, gute Geschichten zu erzählen. FastCast-Storys sind immer exakt 73 Sekunden lang und haben die selbe Struktur. Wir versuchen die journalistische Dramaturgie so sicherzustellen, weil die Journalisten ja live aufnehmen.“ Das Ziel von FastCast ist es, die schnellste und die relevanteste Berichterstattung zu machen. Um das kostengünstig herzustellen, wurde technisch und logistisch alles gestrichen, was man einsparen kann und der Chatpack (Anm.: Eine Art Video-Jockey liefert mithilfe eines Multimedia-Rucksackes schnell und direkt vom Geschehen sendefertiges Bewegtbildmaterial) entwickelt. Die Clips sind innerhalb von Minuten bei den Kunden. Es besteht mittlerweile u.a. eine Kooperation mit Kurier.at. „Die Innovation im Medienbereich ist ein großes Wagnis, das wir nur gemeinsam mit Partnern gehen können“, sagte Hackenberg und bedankte sich bei diesen.
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