Mc Donald`s lockt Kunden mit iPads
 

Mc Donald`s lockt Kunden mit iPads

#

In ihrer Image-Korrektur vom Schnell- zum Familien-Restaurant setzt die Fast-Food-Kette in Österreich auf Apple-Tablets. Die kostenlose Nutzung soll die Verweildauer in bis zu 100 Restaurants in Österreich erhöhen. Im Herbst soll dann eine mobile Bezahl-Möglichkeit folgen.

Bis Herbst werden 30, später weitere 70 Filialen von Mc Donald´s in Österreich mit iPads ausgestattet, hat die Fast-Food-Kette am Mittwoch bei einem Pressetermin in Wien bekannt gegeben. Aktuell können Gäste österreichweit in etwa zehn Restaurants vor den fix montierten Tablet-Computern Platz nehmen und gratis Internet surfen bzw. Apps nutzen. Was sie (noch) nicht können: Bestellungen per Touchscreen aufgeben. Wie Holger Hirmann aus der Geschäftsführung bei McDonald`s zu HORIZONT online sagte, werde man aber im Herbst bezüglich einer mobilen Payment-Lösung nachlegen.

Fernzugriff gegen Witzbolde

Österreich ist kein Vorreiterland beim Einsatz der flachen Computer, hat mit dem IT-Ausrüster Kapsch aber einen Partner gefunden, der die Geräte auf legale Weise vor Ort installieren konnte. Denn damit der einwandfreie Betrieb möglich ist, ist es für Mc Donald´s notwendig, auf einfache Weise aus der Ferne (“Remote”) auf die Geräte zugreifen können, um sie zu warten. Das kann notwendig sein, wenn ein Gerät neu aufgesetzt werden muss, um Apps zu löschen oder auch auf Schabernak reagieren zu können, den die Nutzer sich erlauben könnten - denn theoretisch könnte man in einer Guerilla-Marketing-Aktion die Bildschirmhintergründe der Geräte z.B. auf ein Logo der Konkurrenz ändern. Damit Kapsch dazu imstande ist, konnte man ein System entwickeln, mit dem das ohne Jailbreak (also ein Knacken des Kopierschutzes der Apple-Software) möglich ist - angesichts der harten Apple-Regeln bezüglich seines iOS-Betriebssystems offensichtlich keine leichte Angelegenheit.

Kindertauglich dank Content Filter


Des weiteren hat Kapsch auch dafür gesorgt, dass die Tablets kindertauglich sind - sprich: Anstößige Suchbegriffe wie “Sex” liefern nur eher harmlose Treffer. Aus dem Pilotprojekt weiß man aber ohnehin, dass das Gros der 70 GB Daten pro Woche in das Abrufen von YouTube-Videos fließt. Außerdem sind kurzweilige Spiele bei den ersten Nutzern beliebt. “Die Gäste bleiben schon länger, aber wir fürchten nicht, dass sie ewig bei einem Getränk sitzen bleiben”, sagt Holger Hirmann aus der Geschäftsführung bei McDonald`s. Wie viel ihn die Installation der Geräte gekostet hat, will er nicht verraten - jedenfalls verspricht man sich von den iPads, mehr Kunden in die Geschäftslokale zu locken.

Neue Geschäfte am Tablet serviert

Interessant ist, dass sich für Mc Donald´s aus den iPads neue Geschäfte ergeben könnten. Denn einige Apps sind bereits vorinstalliert, und wer da mit seiner Software dabei sein und von der Reichweite der stark frequentierten Filialen profitieren will, kann sich an Mc Donald´s bezüglich einer - wohl kostenpflichtigen - Kooperation melden.

Für Kapsch mit starkem Fokus auf “Mobile” ist das Modell ein guter Showcase, um anderen Firmen den Einsatz von Tablets (v.a. im Retail-Bereich) schmackhaft zu machen. Als offizieller Apple-Partner schätzt man bei Kapsch die große Auswahl an Apps und die hohen Sicherheitsansprüche von Apple, doch auch Android von Google ist denkbar. Der Trend spricht jedenfalls für kommende gute Geschäfte für Kapsch und andere Tablet-Ausstatter: Mittlerweile setzen auch ÖAMTC (Android), Erste Bank (Windows 8) oder T-Mobile (Sony) verschiedene Tablet-Lösungen in Unternehmen ein.
stats