Matthias Stöcher: "Werden 2020 mit Soft Launc...
 

Matthias Stöcher: "Werden 2020 mit Soft Launch starten"

Anna Stöcher

Marketplace Austria: Projektleiter Matthias Stöcher sieht sich in den Plänen durch das EuGH-Urteil zu Cookies bestätigt. Der Prototyp steht, 2020 wird umgesetzt.

Dieses Interview ist zuerst in Ausgabe Nr. 41/2019 des HORIZONT als Ergänzung zur Cover-Story erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

HORIZONT: Das EuGH-Urteil zur Verwendung von Cookies hat für große Unruhe in der Branche gesorgt. Wie beurteilen Sie dieses Urteil?

MATTHIAS STÖCHER: Bei myIDsafe wird der Mensch als Souverän seiner Daten in den Mittelpunkt aller Überlegungen gestellt, womit ein " Privacy by design und default"-Ansatz bereits technologisch umgesetzt ist und somit der GDPR vollinhaltlich entsprochen wird. Aus diesem Grund haben die aktuellen Entscheidungen zu Cookies keine Auswirkung auf die Strategie beziehungsweise die Ausrichtung von myIDsafe. Im Gegenteil, diese sind eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg. Das Konsortium setzt dabei auf den internationalen Standard Sovrin und tauscht sich eng mit gleichartigen Initiativen in unseren europäischen Nachbarn, zum Beispiel Lissi in Deutschland, aus, um eine Interoperabilität der Systeme über die Ländergrenzen zu gewährleisten.

Wie sieht das Konsortium rund um myIDsafe aktuell aus?

Für das Thema Login sind wir im ersten Quartal 2019 einem großen österreichischen Konsortium beigetreten: myIDsafe. In diesem Konsortium arbeiten hochkarätige, in Österreich tätige Unternehmen und Institutionen an der Umsetzung einer Self-Sovereign-Identity-Lösung auf Blockchain-Basis. Dies sind A1, Youniqx (eine Tochter der österreichischen Staatsdruckerei), PSA, Raiffeisen Bank International, die Notar Treuhand Bank, die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich Wien, der Handelsverband und eben die Medien im Marketplace Austria.

Welche Partner sind aktuell an Bord, kommen noch welche hinzu?

Die 15 relevantesten österre ichischen Medien haben sich in der Initiative Marketplace Austria zusammengeschlossen -eine Initiative, um die Themen Consent, Vermarktung, Login und Media-Payment gemeinsam zu lösen. An dieser Initiative beteiligt sind die Salzburger Nachrichten, Krone, Kurier, Tiroler Tageszeitung, NÖN, ProSiebenSat.1Puls 4, Die Presse, Russmedia, Heute, Der Standard, Österreich, der ORF, die Verlagsgruppe News, die Oberösterreichischen Nachrichten und die Kleine Zeitung.

Wie sieht der aktuelle Stand im Projekt aus?

Aktuell wird gerade die Phase zwei -Konzeption und Prototyp -wie geplant mit Jahresende abgeschlossen. Wir haben heuer einen funktionstüchtigen Prototypen entwickelt, den wir bis zur Marktreife weiter optimieren werden, einen fertigen Kommunikations-und Marketingplan, ein ausdefiniertes Öko-Trust-System sowie das Regelwerk und die Businesspläne für die Governance und Betreiberorganisation fertiggestellt.

Der Launch war mit Anfang 2020 geplant. Wird der Zeitplan halten?

In der kommenden Phase drei, die mit 2020 beginnt, werden wir die Betreiberorganisation gründen und mit einem Soft Launch in den Markt starten. Dabei haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Anzahl der möglichen Verwendungen von myIDsafe so breit wie nur irgendwie möglich zu gestalten. Daher arbeiten und sprechen wir aktuell mit sehr vielen österreichischen Unternehmen, um ihren jeweiligen Usecase für my-IDsafe bereits für den Soft Launch zu integrieren. Wir freuen uns über jedes weitere Unternehmen, das myIDsafe für seine Prozesse verwenden möchte und mit uns diesbezüglich in Kontakt tritt.

>> Zur Cover-Story: Keine Panik nach dem Cookie-Urteil

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